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Hinterland Schlafmünzen helfen Kindern in Haiti
Landkreis Hinterland Schlafmünzen helfen Kindern in Haiti
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21:31 03.11.2010
Der Geschäftsführer der Marburger Kreishandwerkerschaft Lothar Kaiser (von links) unterstützt die Schlafmünzen-Aktion von TerraTech-Vorstandsmitglied Eberhard Völzing und Friseur-Obermeister Rolph Limbacher. Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. Mit praktisch wertlosem Geld wollen die hessischen Friseur-Innungen den Wiederaufbau einer Schule, die beim Erdbeben im vergangenen Jahr völlig zerstört wurde, unterstützen. Alle Innungsmitglieder, also rund 1 600 Friseursalons, sammeln dazu Schlafmünzen ein.

„Schlafmünzen sind Münzen aus der DM-Zeit, Scheine aus der Vor-Euro-Zeit, alte Währungen von EU-Ländern und Urlaubsrestgeld aus aller Welt“ erklärt Eberhard Völzing, Vorstandsmitglied der Marburger Hilfsorganisation TerraTech.

Zum Sammeln der Münzen geben Friseure, die Mitglied in einer der hessischen Innungen sind, ihren Kunden Sammeltütchen mit nach Hause. Dort können diese dann mit Schlafmünzen gefüllt und beim nächsten Friseurbesuch wieder im Salon abgegeben werden. „Auch wer gerade nicht zum Friseur will, aber Schlafmünzen zu Hause hat und unsere Aktion unterstützen möchte, kann diese gern in den Salons abgeben“, betont der Initiator der Aktion Rolph Limbacher, Obermeister der Marburger Friseur-Innung und Landesinnungsmeister. Er ist der Meinung, dass die enge Kundenbindung und die vielen zwischenmenschlichen Kontakte die beim Friseur entstehen, eine ideale Ausgangsbasis sind, um das Hilfsprojekt voranzutreiben: „Viele Menschen haben doch noch irgendwo Münzen aus der Vor-Euro-Zeit oder Urlaubs-Restgeld herumliegen, das wir aktiv für die Menschen in Haiti einsetzen können“, erklärt er.

TerraTech hat, wie Völzing berichtet, diese Aktion schon an Schulen und auch in Unternehmen der Region organisiert. „Diese Dimension von rund 1.600 Sammelstellen in ganz Hessen ist etwas ganz Neues für uns“, erläutert das Vorstandsmitglied, das gleichzeitig aber versichert, dass die gesammelten Währungen aufgrund des internationalen Netzwerkes seiner Organisation weltweit ohne Verwaltungskosten eingetauscht werden. „Das macht viel Arbeit, man braucht einen langen Atem und viele Helfer, aber der Einsatz lohnt sich“, so Völzing.

Gesammelt werden die Schlafmünzen noch bis zum 31. Januar 2011. Dann werden die Tütchen in den Friseursalons vom Deutschen Paketdienst (dpd) kostenlos wieder eingesammelt. „Wir freuen uns, dass wir so unterstützt werden, ansonsten hätten wir die Aktion logistisch nicht umsetzen können“, sagt Eberhard Völzing. Sind die Tütchen bei TerraTech angekommen, werden sie ausgepackt und die Münzen nach Währungen sortiert – eingetauscht werden müssen sie bei den Bundesbanken der jeweiligen Länder.

von Katharina Kaufmann