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Hinterland Schein trügt nicht: LEDs sind Favorit
Landkreis Hinterland Schein trügt nicht: LEDs sind Favorit
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21:59 16.03.2012
Gladenbachs „Lichterstraße“ in der Ringstraße ist eine Besichtigungstour wert. Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. Dass es in Gladenbach etwas länger dauert, bis entschieden ist, in welcher Form der größte Teil der insgesamt 1.911 Straßenlampen modernisiert wird, hat nun möglicherweise auch sein Gutes: Die LED-Technik ist  rasend schnell fortgeschritten und hat die noch vor wenigen Jahren hochmoderne Natriumdampf-Technik fast überholt, zumindest die Lebensdauer betreffend.

Vor den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses erinnerte Bauamtsleiter Ulrich Weber, dass man unter einem gewissen Zeitdruck stehe, denn ab 2015 sei der Einsatz der in Gladenbacher vielerorts noch verbauten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen nicht mehr erlaubt.

Diese Energiefresser sind vor allem in den alten Pilzleuchten verbaut. Der Bauausschuss konnte sich während eines Ortstermins auch von deren mäßiger Leuchtkraft überzeugen.

Sie sind nämlich in der Ringstraße ab der querenden Hoherainstraße in Richtung Marburger Straße verbaut. Dazu im Kontrast steht der vordere Teil – vom Kreisel am Haus des Gastes bis zur Hoherainstraße. Dort hat der Energieversorger Eon sechs Musterleuchten installiert. Unter fachkundigen Erläuterungen  von zwei Mitarbeitern des Unternehmens nahmen die Stadtpolitiker  die Leuchten eingehend in Augenschein. Am Ende erhob man eine LED-Leuchte zum Favoriten, die etwa 350 Euro kosten würde. Ihre Leistung beträgt 37 Watt, in der Sparschaltung, die nachts infrage käme 16 Watt.

Die in der Gladenbacher „Lichterstraße“ teuerste installierte LED-Variante würde 450 Euro kosten, die günstigste 270 Euro. Diese billigste Lösung bietet allerdings nur 20 Watt Leistung. Etwas mehr Strom verbrauchen die installierten  Leuchten mit Natriumdampf-Technik, nämlich 50 Watt. Der Anschaffungspreis der beiden Musterleuchten liegt bei 160 beziehungsweise 130 Euro. Sie haben allerdings eine wesentlich kürzere Lebensdauer als LED-Leuchten. Den teuren Einkauf von LED-Leuchten  macht das Bundesumweltministerium schmackhaft: Es fördert nämlich diese Technik, wenn damit eine Energieeinsparung von 60 Prozent erzielt wird. „Einerseits sind wir zum Klimaschutz aufgerufen, andererseits wurde die Förderung auf 25 Prozent reduziert, bedauert Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim.

Es laufe wohl darauf hinaus, dass man zweigleisig fahren werde, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim. Denn nicht alle Leuchten lassen sich auf LED umrüsten. So werden die Lampen auf klassifizierten Straßen, etwa Duchgangsstraßen, so sie es noch nicht sind, auf  die gelb leuchtende Natriumdampf-Technik umgerüstet. Denn die LED-Technik sei von der Leuchtkraft her offenbar noch nicht so weit, dass solche Leuchtköpfe auf den doch sehr hohen Masten eingesetzt werden könnten, erklärte Knierim. Auch einige dekorative Leuchten im Stadtbereich – wie Glocken- und Kugelleuchten – können nicht auf LED umgerüstet werden, dort kommen Natriumdampflampen zum Einsatz. Im Zuge der laufenden Geschäftsführung werde nun der Magistrat einen Förderantrag beim Projektträger stellen.

Als Grundlage dafür dient ein Berechnungsformular, das von Eon zusammengestellt wird. Auf der Grundlage der ausgewählten Sanierungsleuchten werden die Gesamtkosten ermittelt. Wenn dann der Förderbescheid vorliegt sind die Fachausschüsse und schließlich das Parlament gefragt, das die endgültige Entscheidung trifft. Fakt ist, dass die Stadt mit spitzem Bleistift rechnen muss, denn im Haushalt sind 850.000 Euro für die Umrüstung vorgesehen. Mehr Geld stehe nicht zur Verfügung, mahnt der Bürgermeister.     

von Hartmut Berge