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Schalten und walten wie ein Ingenieur

Ausbildung Schalten und walten wie ein Ingenieur

Der Beruf des Technischen Zeichners gehört der Vergangenheit an. Abgelöst haben ihn der Technische Systemplaner und der Produktdesigner. Maßgeblich beteiligt an der Aufstellung der Berufsordnungen war der Stadtallendorfer Hans-Jürgen Schneider.

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Hans-Jürgen Schneider von der Elektroplan Schneider GmbH in Stadtallendorf (hinten) erklärt dem Auszubildenden zum Technischen Systemplaner Fachrichtung Elektrotechnik, Patrick Feldpausch, einen Plan am Computer. Foto: Katharina Kaufmann

Stadtallendorf. Sie ist noch druckfrisch, die sogenannte Durchführungsverordnung des Bundesinstituts für Berufsbildung für den neu geschaffenen Beruf des Technischen Systemplaners Fachrichtung Elektrotechnik. An der Verordnung mitgeschrieben und den Teil der Elektrotechnik verfasst hat Hans-Jürgen Schneider, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Elektroplan Schneider aus Stadtallendorf. „Der Beruf des Technischen Zeichners war veraltet“, berichtet Schneider. Daher sei er nun durch den Technischen Systemplaner in den Fachrichtungen Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Stahl- und Metallbautechnik sowie Elektrotechnische Systeme und den Technischen Produktdesigner abgelöst worden. „Damit haben wir moderne Berufe für das Computerzeitalter geschaffen“, ergänzt der Stadtallendorfer. Er ist auch einer der ersten, der Technische Systemplaner Fachrichtung Elektrotechnik in seinem Betrieb ausbildet.

„Alle Ingenieurberufe leiden an einem Fachkräftemangel“, weiß Schneider aus Erfahrung. Die Technischen Systemplaner sollen da in gewisser Weise Abhilfe schaffen. „Sie sollen Projektleiter und Ingenieure der Elektrotechnik unterstützen“, erklärt er. Der Systemplaner sei ein „super Beruf“, es mangele aber derzeit noch an ausbildungswilligen Jugendlichen. „Der Beruf ist seit dem 1. August 2011 neu und noch unbekannt“, sagt Schneider und ergänzt: „Aber er ist aufgebaut für junge Frauen und Männer mit einem guten Hauptschulabschluss, besser jedoch für Realschüler.“ Überhaupt habe der Beruf eigentlich nur positive Seiten: Er biete ein sauberes und technisch interessantes Arbeitsfeld. Man müsse nicht viel körperlich, dafür aber auch mit dem Kopf arbeiten. Und meistens sei Teamarbeit gefragt. Die Ausbildung berechtige zudem, an einer Fachhochschule zu studieren.

Wesentliche Inhalte der neuen Ausbildung sind das computergestützte Erstellen von Elektroplänen und technischen Dokumenten, das Durchführen fachspezifischer Berechnungen sowie das Projektmanagement mit nachhaltiger Energie- und Ressourcenplanung. Neu ist auch, dass nach zwei Jahren der erste Teil der Abschlussprüfung stattfindet und die Möglichkeit besteht, dass der praktische Teil als betrieblicher Auftrag abgelegt werden kann.

„Die Ausbildung ist von uns so ausgerichtet worden, dass sie dem Bedarf an Fachkräften in Ingenieurbüros entspricht. Das heißt, alles, was dort nicht mehr zeitgemäß ist, wurde aus der alten Ausbildung gestrichen“, berichtet Schneider. Mehr als zwei Jahre lang hat er als Arbeitgebervertreter gemeinsam mit Vertretern der Arbeitnehmer und Schulen das neue Berufsbild entwickelt.

Für die Auszubildenden bietet der Beruf nicht nur gute Chancen in der Zukunft: „Technischen Systemplanern eröffnen sich vielseitige Tätigkeitsfelder in Elektrobetrieben, Ingenieur- und Planungsbüros sowie großen Unternehmen“, ist Hans-Jürgen Schneider überzeugt. Sein Auszubildender Patrick Feldpausch sieht das genauso: Es sei eine interessante, spannende Ausbildung mit hervorragenden Möglichkeiten.

von Katharina Kaufmann

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