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Hinterland Innung wirbt um Nachwuchs
Landkreis Hinterland Innung wirbt um Nachwuchs
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18:22 03.04.2017
Obermeister Konrad Schweinsberger (rechts) und Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (links), gratulierten dem langjährigen Landeslehrlingswart Heinrich Peter mit einem Präsentkorb zum 70. Geburtstag. Quelle: Heinz-Dieter Henkel
Anzefahr

Nach seiner Begrüßung zog Innungsmeister Konrad Schweinsberger eine insgesamt zufriedenstellende Jahresbilanz der heimischen Betriebe. Das Handwerk blicke zuversichtlich auf die kommenden Jahre. „Der anhaltende Trend zur Geldanlage in Immobilien durch Neubau und in der energetischen Sanierung wird den Bau- und Ausbauhandwerkern weiterhin anhaltend Auftrieb geben“, sagte Schweinsberger.

Besonders wies er auf einen landesweit hohen Anteil derjenigen Azubis ohne deutschen Pass und mit Migrationshintergrund hin. Es gelte der Grundsatz: „Im Handwerk zählt nicht wo man herkommt, sondern wo man hin will“. Allerdings seinen gute Sprachkenntnisse die Voraussetzung, so der Innungsmeister. Sorgen bereiten der Innung die Schwarzarbeit und die durch Scheinselbstständige bestehende Gefahren durch Dumping-Konkurrenz.

Vom Kompetenzzentrum für Fort- und Weiterbildung des Fachverbands Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) Hessen mit Sitz in Gießen war Diplom-Betriebswirtin Angelika Ruth gekommen, um zunächst über eine neue Imagekampagne der Innung zu berichten. Sie­ verwies auf Werbeflyer, Kurz­filme und Präsentationen, die man bestellen oder herunterladen könne.

Ausbildung: Nachfrage 
ist derzeit noch verhalten

Wichtig, so betonte sie immer wieder, sei es, vom alten Image wegzukommen und die abwechslungsreichen Tätigkeiten des Berufs des Anlagenmechanikers SHK vorzustellen. Hierzu müsse jede Möglichkeit der Selbstdarstellung genutzt werden. Wie man die durchaus berechtigten Einwände der anwesenden Betriebsinhaber, dass die Lehrer an den Schulen zu wenig über den Beruf des Anlagenmechanikers SHK wissen, begegnen könne, blieb offen.

In einem zweiten Teil informierte Ruth über die modernisierte Ausbildungsverordnung mit der neuen Prüfungsform der gestreckten Abschluss- oder Gesellenprüfung. Hierzu würden noch gesonderte Lehrgänge folgen.

Einen Überblick über die aktuelle Ausbildungssituation gab Lehrlingswart Nils Löser. In den 61 Betrieben der Innung befänden sich 19 Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr, 12 im zweiten und 18 Azubis im dritten Lehrjahr. Aktuell lägen allerdings nur zwei unterschriebene Ausbildungsverträge für das kommende Jahr vor. Über die zurückliegenden Gesellenprüfungen berichtete Löser, dass 12 von 21 Lehrlingen die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen hätten.­ 
„Das war auch schon mal schlechter“, kommentierte er die 52-prozentige Erfolgsquote.

Mit der Verabschiedung des Haushaltsplans endete die Versammlung, die Anlass zu intensiven Gesprächen gab.

von Heinz-Dieter Henkel