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Sahne und Schmand aus Marburg

Molkerei Sahne und Schmand aus Marburg

Nur Milch aus der Region kommt in die Tüte. Und bald auch in die Becher. Ob süß oder sauer: Ab Mai sollen neue Produkte der Marburger Molkerei in den Regalen der Lebensmittelmärkte stehen.

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Max Langenbrink, Kreisgeschäftsführer der Grünen, bei einer Besichtigung der Marburger Molkerei. Er steht vor der Sahneabfüll-Maschine. Dort soll bald erste Sahne aus Marburg abgefüllt werden.Foto: Anna Ntemiris

Marburg. Schlemmersahne soll die neue Marke aus Marburg heißen. In dem Milchprodukt der Marburger Traditionsmolkerei wird der Fettanteil etwas höher sein, erklärt Geschäftsführer Hans-Werner Wege. Die Landwirte, die als Genossenschaft die kleine Molkerei nahe des Marburger Südbahnhofs führen, wollen sich mit der reinen Frischmilchproduktion nicht zufrieden geben. Sie wollen eine ganze Palette von Milchprodukten anbieten - mit gentechnikfreier Milch aus der Region. Hauptkunde ist bisher die Lebensmittelkette Rewe, die verschiedene Milchprodukte von den Marburgern Bauern bezieht. Ohne Rewe würde der Betrieb nicht laufen: Im Oktober gab‘s von Rewe kurzzeitig eine Finanzspritze - der Milchpreis wurde um fünf Cent erhöht. Doch die Milchbauern wollen nicht abhängig sein, setzen auf weitere Kunden und hoffen auf höhere Abgabepreise.

Im Schnitt erhalte ein Landwirt 26 Cent pro Liter Milch, sagt Wege. Das sei langfristig zu wenig. „Ein angemessener Preis wäre 36 Cent - mindestens“. 40 müssten es wohl mal irgendwann werden, ergänzt er. Das wäre immer noch viel weniger als der Verbraucher im Laden für die Tüte Milch zahlt. „Da gibt es verschiedene Kostenrechnungen“, sagt Wege - wohlwissend, dass der Wettbewerb hart ist.

10-Liter-Abfüllbehälter wären zu große Investition

Nun sind die Marburger dabei, neue Lieferanten für eigene neue Produkte zu gewinnen. Süße und saure Sahne, Schmand und Fruchtjoghurt will die Traditionsmolkerei spätestens ab Mai unter ihrem eigenen Label verkaufen. Den Plan, auch Kräuterquark zu produzieren, habe man wieder zurückgestellt, erklärt Wege im OP-Gespräch.

Die Nachfrage nach regionalen Milchprodukten ist bei der heimischen Gastronomie und bei Betrieben oder Märkten durchaus vorhanden, räumt Wege ein. Man wolle aber nicht zum Schleuderpreis Milch verkaufen. Zum anderen musste die Molkerei potenziellen Kunden wie Bäckereien und Cafés schweren Herzens eine Absage erteilen, weil es ihnen an 5- und 10-Liter-Großkartons fehlt. „Um eine 10-Liter-Abfüllung zu kaufen, bräuchten wir viel mehr Großabnehmer“, sagt Wege. Die nötige Investitionssumme in Höhe von rund 100000 Euro rechne sich daher vorerst nicht.

Am liebsten würde die Traditionsmolkerei auch andere Milchtüten haben, doch nun habe man sich mit den Kunden auf die Tetra-Pack-Tüten ohne Giebeldach geeinigt.

„Rückblickend gäbe es für uns effizientere Verpackungen“, sagte Wege während einer Besichtigung der Grünen-Fraktion aus Marburg und dem Landkreis.

von Anna Ntemiris

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