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SW-Motech baut neues Logistikzentrum

Motorradzubehör aus Rauschenberg SW-Motech baut neues Logistikzentrum

Das Rauschenberger 
Unternehmen SW-Motech ist weiter auf Wachstumskurs: Noch im Frühjahr soll der Spatenstich für einen 5100 Quadratmeter großen Neubau erfolgen – der Umzug ist für den 
späten Herbst geplant.

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für eine Schlichtung“

Thorsten Wagner (von links), Kai Jockel, Jürgen Swora und Jörg Diehl präsentieren die Pläne für den Neubau des Logistikzentrums von SW-Motech. Im März soll der Spatenstich erfolgen, die Fertigstellung ist für November geplant.

Quelle: Andreas Schmidt

Rauschenberg. 4,5 Millionen Euro nimmt der Hersteller von Motorradzubehör nach eigenen Angaben am Standort Rauschenberg für den Neubau in die Hand.

„Das ist die größte Investition in der Firmengeschichte“, sagte Kai Jockel, einer der vier Inhaber von SW-Motech. Zwar habe man immer wieder auf dem Betriebsgelände am Ernteweg aus- und umgebaut, um den eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden – doch sei das Ende dieser Möglichkeiten erreicht. „Vier Erweiterungen gab es bisher“, sagte Jockel, der Neubau sei ein Zeichen von nahezu 20 Jahren kontinuierlichen Wachstums.

„Hinzu kommt der Wandel der Zeit“, so Jockel. Denn: Habe man vor 20 Jahren gesagt, man könne innerhalb einer Woche liefern, habe das völlig genügt. „Im Internet-Geschäft lautet das Thema ,Lieferung morgen‘, dem müssen wir uns stellen, Logistik wird immer entscheidender.“

Gesamtfläche umfasst 
5 100 Quadratmeter

Das untermauerte er mit Zahlen: 2015 habe das Unternehmen – zusätzlich zu gut 3500 versendeten Paletten – 35.000 Pakete verschickt, 2016 waren es bereits 47.000. Schon seit Jahren habe man auf dem Grundstück, das gegenüber des jetzigen Gebäudes liegt, bauen wollen – doch das war nicht möglich, wie Bürgermeister Michael Emmerich erläuterte: „Das Grundstück liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Daher mussten wir zunächst untersuchen, ob von einem Neubau geschützte Arten bedroht gewesen wären.“ Dies habe man jedoch ausschließen können – und so wies die Stadt Rauschenberg das Gelände schlussendlich mit einer Ausnahmegenehmigung als Gewerbegebiet aus.

Dadurch war zwar der formale Weg frei – doch SW-Motech musste das Gelände auch noch kaufen. „Auch das war nicht so einfach“, sagt Geschäftsführer Jürgen Swora. Denn das Grundstück gehörte vier Parteien – eine davon war die Kirche, die zunächst nicht habe verkaufen wollen. Doch letztendlich habe der Erwerb geklappt – SW-Motech kaufte das Grundstück und teilte es: Auf dem oberen Teil entsteht der Neubau, der untere Teil ist die benötigte Ausgleichsfläche. Im März sollen die Bagger anrollen.

Gut 118 Meter lang und 38 Meter breit wird das Logistikzentrum. Ans Ende schließt sich ein dreigeschossiger Büro-Vorbau an, der insgesamt auf eine Breite von 53 Metern kommt. Die Gesamtfläche umfasst etwa 5100 Quadratmeter: 4200 entfallen davon auf Lager sowie Warenein- und -ausgang, der Rest sind Büroflächen. SW-Motech verfügt laut eigenen Angaben über rund 2500 fertige Produkte, das Lager wird rund 4500 Palettenplätze bieten. „Versand und Kommissionierung werden ganz neu geregelt, außerdem werden die Wege kürzer“, erklärt Jockel. Der Bau sei auf ein 40- bis 50-prozentiges Wachstum ausgelegt, außerdem gebe es die Option, bis zu weitere 2500 Quadratmeter anzubauen.

Bürgermeister: Stärkung des Wirtschaftsstandorts

Eine Hürde würde das Unternehmen auf lange Sicht gerne noch aus dem Weg räumen: Die beiden Firmengelände werden derzeit noch durch eine Straße voneinander getrennt. Es wäre schon schön, „wenn sich dafür in Zukunft ein Ersatz finden würde“, sagt Jörg Diehl, ebenfalls Geschäftsführer bei dem Unternehmen. Allerdings weiß er auch: „Ein Straßenneubau in dieser Güte wäre von uns nicht zu finanzieren.“

Bürgermeister Michael Emmerich sieht indes noch weitere Probleme bezüglich der Straße, die hauptsächlich von Landwirten als Wirtschaftsweg genutzt wird: Aufgrund des Schutzgebiets könne man nicht unterhalb des neu geschaffenen Gewerbegebiets eine Alternative bauen. Auch vorhandene Feldwege könnten nicht einfach ausgebaut werden, weil sie sich im Schutzgebiet befänden. „Wir suchen aber weiterhin nach einer Lösung“, versprach Emmerich.

Für den Bürgermeister ist klar: „Die Erweiterung des Unternehmens bedeutet eine deutliche Stärkung des Wirtschaftsstandorts Rauschenberg.“ Die Stadt sei „recht kleinteilig strukturiert, was das Gewerbe angeht – SW-Motech ist der größte Arbeitgeber, den wir haben.“ Somit bringe das Unternehmen durch die Erweiterung auch weitere Arbeitskräfte nach Rauschenberg, „die hier für weiteren Umsatz sorgen“. Daher sei er froh, „dass sich SW-Motech dazu entschieden hat, in Rauschenberg zu bleiben und hier zu erweitern“.

Jörg Diehl verdeutlicht: „Für uns ist es perspektivisch auch eine Möglichkeit, die Bestandsgebäude nicht nur zu renovieren, sondern abzureißen und neu zu bauen.“ Denn man wolle raus aus dem „Fuchsbau“, wie er die Bestandsbauten nennt. „Wir brauchen kurze, effiziente Wege, denn wir gehen davon aus, dass wir weiter wachsen werden.“ Und kurze Wege seien für Wirtschaftlichkeit immens wichtig.

von Andreas Schmidt

 
 
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