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Rühle: „Was Sie gemacht haben, war dreist“

Arbeitsgericht Rühle: „Was Sie gemacht haben, war dreist“

Weil sie Sicherheitsschuhe für ihren Mann auf Kosten ihres Arbeitgebers kaufte, ist eine 34-jährige Frau aus Marburg nun arbeitslos.

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Die Verhandlung fand vor dem Marburger Arbeitsgericht statt.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Das Marburger Arbeitsgericht wies die Klage der 34-Jährigen gegen ihre fristlose Kündigung ab, weil sie gerechtfertigt sei: „Die Klägerin hat nicht nur einmal versucht, ihren Arbeitgeber zu betrügen, um ein Paar Sicherheitsschuhe statt für sich für ihren Mann zu kaufen“, erklärte Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle das Urteil der Kammer.

Die Versandmitarbeiterin hatte von ihrem Arbeitgeber in Marburg Jahr für Jahr einen Gutschein über 50 Euro erhalten, von dem sie sich Sicherheitsschuhe – wie sie für die Arbeit im Lager des Unternehmens vorgeschrieben sind – kaufen sollte. Von ihrem Gutschein kaufte sie in diesem Jahr aber kein Paar Schuhe für sich, sondern für ihren Mann. Damit das nicht auffiel, hatte sie den Lieferschein verfälscht und in Handschrift ihren Namen über den ihres Mannes gesetzt und die Schuhgröße durchgestrichen und ihre dazugeschrieben.

„Als der Buchhalterin das auffiel, haben wir die Klägerin zur Rede gestellt. Sie sagte aber, sie habe die Schuhe für sich gekauft“, schilderte der Geschäftsführer des Unternehmens die Situation. Als er die Mitarbeiterin aufgefordert habe, ihm die Schuhe zu zeigen, sei sie losgelaufen, um sie zu suchen, nur um ihm zehn Minuten später mitzuteilen, dass das neue Paar Schuhe wohl zu Hause stehe. „An dieser Stelle hätten Sie sagen können, dass Sie die Schuhe nicht für sich, sondern für Ihren Mann gekauft haben“, erläuterte Rühle der Klägerin. Das habe sie aber nicht getan, sondern wieder versucht, zu betrügen.

Die Klägerin wehrte sich vor Gericht gegen die Betrugsversuchsvorwürfe mit der Aussage: „Es gab keinen Hinweis auf dem Gutschein, dass dieser nicht auch für Familienmitglieder eingelöst werden kann.“ Rühle ließ dies allerdings nicht gelten: „Was Sie gemacht haben, war dreist“. Durch Verschleierung und Urkundenfälschung habe sie versucht, zu verstecken, dass sie die Schuhe nicht für sich, sondern für ihren Mann gekauft habe. „Die Klägerin wusste also, dass sie das eigentlich nicht durfte“, ergänzte er und erklärte damit die fristlose Kündigung als gültig und gerechtfertigt.

von Katharina Kaufmann

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