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Hinterland Rotoren erzeugen monotonen Lärm
Landkreis Hinterland Rotoren erzeugen monotonen Lärm
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06:15 10.04.2012
Rasant drehen sich die Rotorblätter der Windräder im Windenergiepark an der dänischen Nordseeküste. Deutschland legt bei der Windenergie weiter zu, bis 2020 soll der Windenergieanteil 25 bis 30 Prozent betragen.Archivfoto: Ingo Wagner (dpa) Quelle: A2942 Ingo Wagner
Holzhausen

Straßenlärm verursachte einen Lärmpegel von 90 Dezibel, eine normale Unterhaltung ist etwa 50 Dezibel laut. In einem Wohngebiet darf eine Windkraftanlage tagsüber Lärm erzeugen, der einer normalen Unterhaltung entspricht (50 Dezibel), nachts muss der Lärmpegel auf 35 Dezibel absinken. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Lärm von Windkraftanlagen in einem Normalbereich liegt. Was Anwohner allerdings zermürbt, ist der ständige und monotone Geräuschpegel. Die Rotoren der Windkraftanlagen erzeugen in Bewegung ein permanentes und monotones Geräusch, das Menschen je nach Empfindlichkeit unterschiedlich wahrnehmen. Die Geräusche breiten sich über Schallwellen aus und werden unterschiedlich weit - ausschlaggebend ist die Beschaffenheit des Geländes - übertragen.

Heinz Dilling, Anwohner in Oberdieten, hat über seine Erfahrungen mit dem Geräuschpegel nach der Errichtung seiner Windkraftanlage des Typs Enercon E-101 bei Informationsveranstaltungen in der Region offen und oft gesprochen. „Es ist nicht nur laut, es ist extrem lästig“, sagte er zum Beispiel Ende Februar in Bottenhorn. Er beschreibt das Geräusch als das eines Flugzeugs, das nicht weiterfliegt.

Entscheidend dafür, wie laut eine Windkraftanlage ist, ist der Abstand zur Lärmquelle. Je weiter die Windkraftanlagen von der Wohnbebauung entfernt stehen, umso mehr Lärm wird vermieden.

Der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch und die damalige Umweltministerin Silke Lautenschläger haben 2010 eine Handlungsempfehlung zur Errichtung von Windkraftanlagen erarbeitet, die vorsieht, dass Windräder in Hessen einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohngebieten einhalten sollen. Die Bürger sollen zum einen vor Lärm geschützt werden und zum anderen soll diese Maßgabe dazu beitragen, die Akzeptanz von Windkraftanlagen zu erhöhen. Es sind aber auch Ausnahmen möglich: Zu Gewerbegebieten soll zum Beispiel ein geringerer Abstand erlaubt sein, zu Kurgebieten und Kliniken soll dagegen ein größerer Abstand als 1000 Meter eingehalten werden.

Der Mindestabstand ist eine Voraussetzung dafür, dass die Bürger weder akustisch noch optisch allzu sehr von den Windkraftanlagen gestört werden. Denn, der Marktanteil der Windenergieanlagen wächst. 2011 deckten die Windenergieerzeugung etwa acht Prozent des Strombedarf in Deutschland, bis 2020 soll der Windenergieanteil noch auf 25 bis 30 Prozent steigen.

Der von Bad Endbach geplante Windpark am Hilsberg bereitet vielen Anwohnern - auch der Nachbarkommunen - schon jetzt Kopfschmerzen. Viele fürchten, dass eine permanente Geräuschbelästigung auf sie zu kommt. Mit ihren Ängsten sind die Mitglieder der Bürgerinitiative Holzhausen und der Interessengemeinschaft „Pro Natur Steinperf“ nicht allein. Mehrere Bürger der Gemeinde Driedorf klagten vor dem Verwaltungsgericht in Gießen gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zweier Windkraftanlagen. Die Kläger hatten die Geräuschbelastung als unzumutbar beschrieben und geltend gemacht, dass der Lärm die zulässigen Höchstwerte für Wohngebiete überschreitet. Die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts wies die Klage allerdings Ende März ab (die OP berichtete). Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass die Genehmigung der Anlagen sicher stelle, dass die Immissionsvorschriften eingehalten würden. Die Feststellung, dass der Realwert die in der Genehmigung festgesetzten Lärmgrenzwerte tatsächlich überschreitet, obliege der zuständigen Behörde, argumentierte das Gericht.

Das Regierungspräsidium Gießen erteilt für Windkraftanlagen nur dann eine Genehmigung, wenn klar ist, dass sie keine Schäden für die Umwelt und sonstige Gefahren hervorrufen. Die Lärmbelastung durch die Anlagen wird genauestens unter die Lupe genommen. Dazu ist auch das Erstellen eines Lärmgutachten erforderlich.

Die Aufgabe der zuständigen Behörde besteht auch darin, zu überprüfen, ob die vorgeschriebenen Grenzwerte nach Inbetriebnahme eingehalten werden. Sie kann jederzeit Lärmmessungen vornehmen. Ist eine Windkraftanlage zu laut, muss sie abgeschaltet werden.

von Silke Pfeifer-Sternke

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