Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Rotmilan brütet nicht am Hilsberg

Windpark Rotmilan brütet nicht am Hilsberg

Eine Nachkartierung hat ergeben, dass weder Rotmilan, noch Haselhuhn oder Waldschnepfe am Hilsberg brüten. Das teilte Dieter Domke, Erster Beigeordnete, am Montagabend den Gemeindevertretern mit.

Bad Endbach. Während in Bad Endbach die Stadtverordneten die Aussagen des ehrenamtlichen Bürgermeisters Dieter Domke positiv aufnahmen und darauf hoffen, dass die fünf geplanten Windkraftanlagen spätestens nächstes Jahr ans Netz gehen, bleibt Wulf Hahn als Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) entspannt. Die Naturschützer hatten mit einem Eilantrag verhindert, dass am Standort 2 die Rodungsarbeiten zur Errichtung der Windkraftanlage fortgesetzt werden.

Domke sprach davon, dass noch im Mai eine Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht (VG) Gießen gefällt werden könnte, die es der Gemeinde erlaubt, den Windpark am Hilsberg zu errichten. Die Pressesprecherin des VG Gießen Sabine Dörr geht aber nicht davon aus, dass eine schnelle Entscheidung getroffen wird. Die Genehmigung des Regierungspräsidiums Gießen, die es der Gemeinde Bad Endbach gestattet hatte, vorbereitende Arbeiten auszuführen, „ist faktisch abgelaufen“.

Aus naturschutzrechtlicher Sicht dürfe während der Brutzeit ohnehin nicht gerodet werden. Auch ein positives Gutachten würde das Naturschutzgesetz nicht aushebeln. Die Pressesprecherin erläuterte zudem, dass das RP noch keine endgültige Genehmigung zur Errichtung des Windparks am Hilsberg erteilt hat. Die Behörde habe nur eine vorzeitige Baugenehmigung erteilt. Dies bestätigte die RP-Pressesprecherin Gabriele Fischer. Das Gutachten im Rahmen des BImSch-Verfahrens (Bundesimmissionsschutzgesetz) werde derzeit noch erstellt.

Für Hahn als Vertreter des Nabu ist es nicht eindeutig, das am Hilsberg keine geschützten Tierarten brüten. „Wir haben Hinweise darauf, dass sich der Sachverhalt anders darstellt. Zurzeit habe der Nabu Einsicht in die Akten des Genehmigungsverfahrens und erarbeitet eine Stellungnahme zu einer „sehr umfänglichen Erwiderung“ der Prozessbeteiligten, des Eigenbetriebs Lahn-Dill-Bergland-Therme und der Genehmigungsbehörde.

„Wir sind relativ optimistisch, dass dieses Jahr am Hilsberg nicht gebaut wird“, sagt er. Dass der Bau des Windparks nicht verhindert werden kann, habe er bereits in der Informationsveranstaltung in Bottenhorn vorgetragen. Sicher sei, es wird etwas geben, aber nicht das, was beantragt ist, sagte er.

Auch die Bad Endbacher Gemeindevertreter sind optimistisch und haben zudem noch die Grundlage für die Errichtung eines sechsten Windkraftstandorts geschaffen. Dort soll ein Bürgerwindrad entstehen, das die Investoren Dirk und Rüdiger Meuser errichten sollen. Die Brüder wollen auch am Scheid in Bottenhorn ein Windrad errichten, dessen Standort allerdings um 200 Meter in Richtung Landratskreuz verschoben werden soll (die OP berichtete), um die vom Land Hessen empfohlenen 1000 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung für die Bottenhorner Bürger einzuhalten. Der neue Standort befindet sich auf gemeindlicher Fläche. Dafür soll der übliche Pachtzins gezahlt werden.

Das Geld soll in die Bad Endbacher Jugend- und Vereinsförderung fließen, da das Grundstück an eine gemeindliche Stiftung übertragen werden soll. Weitere Einnahmen erzielt die Stiftung aus dem Pachterlös des geplanten Bürgerwindrads.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland