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Rohde schließt die eigene Produktion

Unternehmenspolitik Rohde schließt die eigene Produktion

Weil die Schuhbranche und der Markt im Umbruch sind, kann es sich die Erich Rohde GmbH aus Schwalmstadt nicht länger leisten, an ihrem Firmenhauptsitz zu produzieren. Bereits am Jahresende soll Schluss damit sein.

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Rohde verlegt seine Produktion ab dem nächsten Jahr ins Ausland. Geschäftsführer Oliver Kraxner begründet diesen Schritt mit der aktuellen Marktsituation.

Quelle: Archiv

Schwalmstadt. Schwalmstadt. Angesichts einer veränderten Marktsituation folgt die Erich Rohde GmbH aus Schwalmstadt ihren Mitbewerbern und schließt zum Jahresende ihre Eigenproduktion am Firmensitz in Schwalmstadt. Damit einher geht nach Angaben des Unternehmens eine Umstrukturierung im Betrieb und den Abläufen.

„Unsere Produktion ist aufgrund der Marktsituation nicht ausgelastet. Dazu kommt, dass wir aktuell im Branchenvergleich zu teuer fertigen“, erklärt Oliver Kraxner, Geschäftsführer der Erich Rohde GmbH, wie es zu der Produktionsschließung kommt. Vor diesem Hintergrund sei es ebenso vernünftig wie erforderlich, entsprechende Kapazitäts- und Personalmaßnahmen zu ergreifen. „Mit wirtschaftlich sinnvollen, strategischen Umstrukturierungen werden wir Rohde nachhaltig auf ein wirtschaftlich solides Fundament stellen“, betont er.

Der Schuhmarkt ist nach Angaben des Unternehmens seit zwei Jahren in einer schwierigen Situation. Insbesondere Winterstiefel liefen aufgrund des sehr milden Winters im vergangenen Jahr schlecht. Das Resultat seien Auftragsrückgänge in der gesamten Branche. „Die Auswirkungen hat auch die Schwalmstädter Erich Rohde GmbH zu spüren bekommen, die im Gegensatz zu den meisten anderen großen deutschen Schuhherstellern bis dato in Deutschland produziert hat“, berichtet Unternehmenssprecher Marcel Brunnthaler.

Rohde plant nun, die gesamten Abläufe im Betrieb konsequent neu zu organisieren, um Kollektionen effizienter und flexibler produzieren zu können. Die Produktion soll, so Brunnthaler gegenüber der OP, vorwiegend im europäischen Ausland erfolgen. Gleichzeitig werde das Unternehmen nach der betrieblichen Umstrukturierung noch schneller und flexibler auf Marktveränderungen reagieren können.

Die eigene Fertigung in Schwalmstadt soll bis zum Jahresende geschlossen werden. Von der Schließung sind etwa 120 Mitarbeiter betroffen, denen eine betriebsbedingte Kündigung droht. „Derzeit wird von der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat ein Sozialplan und ein Interessensausgleich erarbeitet“, berichtet der Unternehmenssprecher. Das Schwalmstädter Traditionsunternehmen beschäftigt aktuell rund 340 Mitarbeiter, 290 davon am Firmenhauptsitz in Schwalmstadt. Dort wird auch in Zukunft weiterhin die Produktentwicklung, das Design, die Verwaltung und die Qualitätskontrolle angesiedelt sein.

Im Zuge der Umstrukturierung soll besonders die hohe Fertigungsqualität, für die Rohde nach eigenen Angaben bekannt ist, weiter verbessert werden. Dafür setzt das Unternehmen ausschließlich auf Eigenentwicklungen, die auf eigenen Leisten und Formen basieren. Darüber hinaus sollen auch neue Kunden-Zielgruppen erschlossen werden, um den Betrieb zukunftssicher zu machen.

von Katharina Kaufmann

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