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Rhön-Chef räumt seinen Posten

Uniklinikum Rhön-Chef räumt seinen Posten

Hinter den Kulissen soll es schon lange gebrodelt haben, nun verlässt Wolfgang Pföhler auf eigenen Wunsch den Chefposten der Rhön-Klinikum AG.

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Bad Neustadt. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es, Pföhler werde das Unternehmen zum 31.12.2012 im freundschaftlichen Einvernehmen verlassen. „Wolfgang Pföhler hat die Fortentwicklung des Konzerns zu einem führenden integrierten Gesundheitsversorger vorangetrieben“, sagt Aufsichtsratschef und Konzerngründer Eugen Münch. Medien berichten, in erster Linie der gescheiterte Übernahmeversuch von Fresenius hätten für Verstimmung in der Vorstandsetage gesorgt.

Mit Pföhler geht auch Finanzvorstand Erik Hamann, der zum 30. September aus dem Unternehmen ausscheidet. In der Mitteilung heißt es, das bisherige Aufsichtsratsmitglied Jens-Peter Neumann werde zum 1. November in den Vorstand wechseln und sein Aufsichtsratsmandat, das er seit 2007 ausübt, ruhen lassen. Er soll sich um die Bereiche Finanzen, Rechnungswesen, Investor Relations und Controlling kümmern.

Pikant: Neumann hat Schlagzeilen als „Gier-Banker“ gemacht. Vor Gericht erstritt er sich 4,5 Millionen Euro Bonus und eine Abfindung - obwohl Neumanns Abteilung mit riskanten Geschäften in einem Jahr 5,7 Milliarden Euro Verlust gemacht hatte.

Mit dem Abschied Pföhlers geht der Umbruch an der Konzernspitze weiter. Zum 1. Oktober wird Martin Siebert in den Vorstand berufen. Am langfristigen Ziel des Konzerns habe sich hingegen nichts geändert, heißt es. Nach wie vor soll ein bundesweites Versorgungsangebot realisiert werden. Die Grundlage ist jedoch denkbar schlecht.

Zu viele Kontrahenten haben sich Aktien an dem Bad Neustädter Unternehmen gesichert, verhindern somit gegenseitig eine mögliche Gründung von Deutschlands größtem privaten Krankenhausbetreiber. Für Eugen Münch war Asklepios immer Favorit Nummer eins gewesen. Daraus machte der Unternehmer nie einen Hehl. Kritiker warfen dem Klinikpionier einen Alleingang vor, der am Ende den Zusammenschluss gekostet habe.

Das „Manager Magazin“ beruft sich auf Kreise, die davon sprechen, Münch hätte bei einem Deal mit Fresenius Wolfgang Pföhler als Konzern-Chef geopfert. Schließlich war es aber die 90-Prozent-Klausel, die Münch in die Satzung schreiben ließ, die das Geschäft platzen ließ. Nun geht Wolfgang Pföhler von alleine und macht den Weg frei für „strategische Neuausrichtungen“, wie es in der Meldung heißt. Die Aktie schloss am Abend leicht im Plus bei 15,32 Euro.

von Carsten Bergmann

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