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Hinterland Rettungsdienst und DRK ziehen um
Landkreis Hinterland Rettungsdienst und DRK ziehen um
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20:32 03.09.2013
Gladenbach

Seit Jahren sei man auf der Suche nach einem geeigneten Standort für einen Neubau, sagte gestern Walter Jakowetz auf Anfrage der OP. Der Vorsitzende der DRK-Ortsgruppe Gladenbach erinnert, dass ein von der Verkehrsanbindung ideal gelegenes Grundstück an der Biedenkopfer Straße erste Wahl gewesen sei. „Der Eigentümer wollte aber nicht verkaufen“, berichtete er.

Auch andere Standorte zwischen Sportzentrum und Ferdinand-Köhler-Straße waren nicht realisierbar, die Grundstücke waren entweder zu klein oder das Vorhaben scheiterte wieder an eigentumsrechtlichen Fragen.

Die nun ins Auge gefasste Fläche an der Marburger Straße in der Nähe des Friedhofes ist knapp 3200 Quadratmeter groß und wird zurzeit als Acker genutzt. Sie muss neu beplant werden.

Ein entsprechender Beschlussvorschlag des Magistrats zur Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung des Bebauungsplans liegt heute dem Bau- und Planungsausschuss zur Beratung vor.

Das Gremium tagt ab 18 Uhr in der Dr.-Leinweber-Stube im Haus des Gastes. Das Parlament soll dann in seiner nächsten Sitzung die planungsrechtlichen Grundlagen zur Errichtung einer Rettungswache sowie eines Katastrophenschutzgebäudes auf den Weg bringen.

Zurzeit ist dies alles im Rotkreuzhaus und Nebengebäuden in der oberen Bahnhofstraße untergebracht. Das Haus wurde 1908 als Postgebäude errichtet, 1934 umgebaut und erweitert. 1971 zog die Post in ihr neues Gebäude am Marktplatz.

Beim Aufbau des Funknetzes für den Krankentransport erfolgte der Dienst noch von der Wohnung des Fahrers aus. Ab 1965 änderte sich dies: Die erste Unterkunft für den Krankentransport des DRK in Gladenbach befand sich in den Räumen der alten Sparkasse in der Gießener Straße. Anfang der 1970er-Jahre zog man in das vom Kreisverband Biedenkopf erworbene frühere Postgebäude in der Bahnhofstraße.

In der Chronik des DRK-Ortsverbandes Gladenbach ist nachzulesen: „Der Umbau erfolgte durch Eigenleistung der vier Mitarbeiter im Krankentransport.“ Der Fuhrpark wuchs, Garagen wurden angebaut. 1993 erfolgte eine große Renovierung. Im Gebäude ist heute noch die Rettungswache untergebracht, es gibt Räume für die DRK-Bereitschaft, das Jugendrotkreuz sowie zwischenzeitlich für den ärztlichen Notdienst.

Eigenes Gebäude fürden Katastrophenschutz

Der Rettungsdienst ist an die gesetzlich vorgegebenen Hilfsfristen gebunden: Dies ist der Zeitraum vom Eingang einer Notfallmeldung bei der Leitstelle bis zum Eintreffen eines „geeigneten Rettungsmittels“ am Notfallort.

Der neue Standort an der Marburger Straße liegt strategisch günstiger, ein guter Teil der Einsatzorte lässt sich erreichen, ohne den Stadtverkehr passieren zu müssen. Auch sehr wichtig: Die künftige Fahrzeughalle ist, wie heute üblich, direkt an die Wache angegliedert. In der Bahnhofstraße müssen die Kräfte des Rettungsdienstes Mittelhessen nach der Alarmierung über den Hof zur Garage rennen, um dann mit ihren Autos aus dem Hinterhof über eine enge Ausfahrt loszufahren, angesichts der vorgegebenen Ausrückfrist von maximal 60 Sekunden kein leichtes Unterfangen. Ausrückfrist ist der Zeitraum vom Eingang der Notfallmeldung bis zur Meldung der Einsatzbereitschaft im Fahrzeug.

Durch die funktionelle Konzeption der geplanten neuen Wache sind schnellere Ausrückzeiten als bisher gewährleistet. Vorgesehen ist die Errichtung eines eingeschossigen Gebäudes mit Unterstellmöglichkeiten für die Rettungsfahrzeuge sowie zeitgemäß ausgestattete Räume für das Einsatzpersonal.

Basis des Bebauungsplans ist auch die - im Bedarfsfall - räumliche Erweiterung der Fahrzeughalle.

Auf dem nordöstlichen Teil des Geländes soll ein Gebäude für den Katastrophenschutz errichtet werden. Es soll Stützpunkt für Einsatzeinheiten der Gefahrenabwehr des Landkreises sein, es dient dann als Unterkunft für Einsatzfahrzeuge des Schnelleinsatzgruppe-Süd, des 1. Sanitätszuges und des 1. Betreuungszuges sowie als Umkleide- und Sozialräume für die Mannschaften.

Vorgesehen sind auch multifunktionale Seminarräume, in denen das DRK sein vielfältigen Angebote in der Sozialarbeit sowie Aus- und Weiterbildung aufrechterhalten kann. Laut Planer soll das Katastrophenschutzgebäude „als Übungs- und Seminarstätte sowie als Begegnungsstätte Menschen zusammenführen“.

Von dem Gebäude in der Bahnhofstraße werde sich der DRK-Kreisverband - nach dem Einzug in den Neubau - wohl trennen, vermutet Walter Jakowetz.

„Uns als Ortsverband wurde es zwar angeboten, aber die Investition in einen Umbau - etwa um einen Teil in Wohnungen umzuwandeln - können wir nicht schultern“, erklärt er. DRK-Ortsgruppe und Bereitschaft werden also mit an die Marburger Straße umziehen.

Investieren wolle der Ortsverband allerdings in einen neuen Mannschaftstransportwagen, verrät Jakowetz. das aktuelle Gefährt ist 22 Jahre alt und sehr oft in der Werkstatt.

Gut 12000 Euro würde ein drei Jahre altes Auto vom Rettungsdienst Mittelhessen kosten.

von Hartmut Berge

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