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Hinterland Resignation nach dem Aus für Notdienste
Landkreis Hinterland Resignation nach dem Aus für Notdienste
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00:16 31.05.2013
Bald müssen Bewohner des Landkreises nach Wehrda fahren, wenn sie die Dienste des ärztlichen Notdienstes in benötigen.
Gladenbach

„Ich bin deprimiert. Es wurde im Alleingang beschlossen“, kritisiert Kremer. Die Verantwortlichen hätten nicht einmal versucht, einen Kompromiss zu finden, und sie hätten sich nicht der Diskussion mit den Gegnern der Reform-Pläne gestellt.

Er musste aber zugeben, dass die Beteiligung der Bevölkerung, die ab dem 1. Juli nicht mehr vor Ort mit einem medizinischen Notdienst versorgt werde, während der Demonstrationen zu gering war. Die Menschen müssten erst am eigenen Leib erfahren, welche Veränderung auf sie zukommt. Eine Unterschrift gegen die Pläne abzugeben sei einfach, sich an Aktionen zu beteiligen, schon schwieriger. Zum 1. Juli fusionieren die Bereitschaftsdienstzentralen von Gladenbach und Biedenkopf. Künftig müssen Patienten aus Gladenbach und der Umgebung im Notfall die Praxisräume im DRK-Krankenhaus aufsuchen und eine etwa halbstündige Fahrt auf sich nehmen. Die rund 6700 Stimmen der Bürger, die sich mit ihren Unterschriften gegen die Pläne der KV gestellt haben, blieben ungehört.

Ab Oktober gibt es nur noch Wehrda

Für Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim ist das unverständlich: „Alle Proteste gegen die KV-Pläne haben nicht gefruchtet“. Bei ihm macht sich nach den vielen Aktionen zum Erhalt der Notdienste Resignation breit. „Wir sind die Verlierer“, sagt er. Er meint die ländliche Region, die durch die Reform, schlechter dasteht als vorher. Auch wenn Fahrdienste zur Notdienstzentrale eingerichtet werden, ist Knierim sicher, dass dieses Angebot im geplanten Umfang nicht lange vorgehalten wird. Ab Oktober gibt es zudem nur noch eine große Notdienst-Zentrale in Wehrda. „Für 250000 Menschen. Es stellt sich die Frage, ob dann tatsächlich der Versorgungsauftrag durch die KV noch erfüllt werden kann“, sagt Knierim.

von Silke Pfeifer-Sternke