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Reiniger klagen über Personalmangel

Universitätsklinikum Reiniger klagen über Personalmangel

Nach den Pflegekräften weisen jetzt auch die Mitarbeiter der RK-Reinigungsgesellschaft Zentral mbH, die für die Gebäudereinigung am Uniklinikum in Marburg zuständig sind, auf Missstände im Unternehmen hin.

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Die Reinigungskräfte am Universitätsklinikum Marburg sehen sich erhöhtem Druck und Personalmangel ausgesetzt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Sie sprechen von großem Druck, von akutem Personalmangel und daraus bedingten Krankheitsfällen. Nein, diesmal geht es nicht um das Pflegepersonal am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM). Vielmehr geht es um die Reinigungskräfte, die dort für Sauberkeit und Hygiene sorgen sollen. In einem anonymen Schreiben wandten sie sich an die OP, um mögliche Konsequenzen des Arbeitgebers zu vermeiden und in der Hoffnung, dass sich in Zukunft etwas ändert.

„Wir, die Mitarbeiter der RKRZ Gebäudereinigung, wenden uns an Sie, um auf einige Missstände in unserer Firma aufmerksam zu machen“, schreiben die Gebäudereiniger. Es herrsche teilweise so ein akuter Personalmangel, dass die vorhandenen Mitarbeiter dies nur ausgleichen könnten, in dem sie an ihre Leistungsgrenze gingen. „Die Folgen sind Krankheiten, die wir dann nicht ausheilen lassen können, weil wir während der Krankheitsphase zu Hause angerufen werden und mit erhöhtem Druck nachgefragt wird, wann wir die Arbeit wieder aufnehmen“, schildern die Beschäftigten ihre Situation. Viele Mitarbeiter würden diesem Druck nicht standhalten und an die Arbeit zurückkehren, ohne richtig gesund zu sein. „Einige wurden dann gekündigt, weil sie selbstverständlich die Leistung, wie sie sie in gesundem Zustand erbringen, nicht erreichen“, heißt es in dem der OP vorliegenden Brief weiter.

Die Geschäftsleitung der RKRZ kann auf Nachfrage der OP keinen akuten Personalmangel an ihrem Standort im UKGM bestätigen. „Alle Planstellen zur Sicherung des Reinigungsauftrages im Universitätsklinikum Marburg sind besetzt. Für die gerade in den Ferienmonaten erhöhten Personalanforderungen für die Urlaubsvertretung der Planstellen, wurden zusätzliche Arbeitskräfte befristet eingestellt“, teilt Hans-Jürgen Heck, Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Rhön-Klinikum AG, mit. Da in der RKRZ überwiegend Mitarbeiterinnen tätig seien, sei der Wunsch in den Sommerferien einen Teil des Urlaubs zu nehmen außerordentlich stark. „Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, den Familienmitgliedern in unserem Unternehmen einen gemeinsamen Urlaub zu gewährleisten“, betont das Unternehmen.

Bei hygienebedingten zusätzlichen Aufträgen des Klinikums könne es, wie in jedem anderen Unternehmen auch, zur Ableistung von Überstunden in begrenztem Maß kommen. Diese würden aber grundsätzlich mit dem Betriebsrat der RKRZ vereinbart.

Zu den Anrufen bei Krankheitsbedingten Ausfällen erklärte die Geschäftsleitung des Unternehmens, dass der Dienstplan jeweils für eine Woche im Voraus erstellt werde: „Aufgrund dessen ist es notwendig, Mitarbeiter auch im Krankenstand bezüglich ihrer möglichen Einsatzfähigkeit zu befragen. Das geschieht immer sachlich und ohne Ausübung eines verbalen Druckes.“ Richtig sei, dass während der Neubau- und Umzugsphase auftragsbedingt erhebliche Überstunden abgeleistet wurden. Diese Situation habe sich mittlerweile allerdings normalisiert.

von Katharina Kaufmann

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