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00:16 24.02.2013
Lohra

Gut 150 Besucher kamen am Dienstagabend zur Informationsveranstaltung über die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr ins Bürgerhaus Lohra. Dort erläuterte Norbert Leistner von der Kommunal-Consult Thomas Becker GmbH aus Wettenberg das Abwassersplitting und beantwortete die Fragen der Gäste.

Zuvor erklärte Bürgermeister Georg Gaul, dass die Abwassergebühren in der Gemeinde Lohra rückwirkend zum 1. Januar 2013 auf das neue Gebührensystem umgestellt werden. Dies geschieht, weil die Gemeinden laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtshofs vom 2. September 2009 auf das neue System umstellen müssen, ergänzte Leistner.

Bei dem bisheren System wurde unterstellt, dass die Menge des Abwassers, das der Gebührenzahler in das öffentliche Kanalnetz einleitet etwa der Menge entspricht, die er an Frischwasser bezogen hat. In die Abwasserkanäle fließt jedoch nicht nur dieses Wasser, sondern auch das Regenwasser, das von Dächern und befestigten Flächen in das Kanalnetz gelangt. So spielte es bisher für die Gebührenberechnen keine Rolle, wie viel Niederschlagswasser tatsächlich vom Grundstück eingeleitet wurde.

Die gesplittete Abwassergebühr sorge für eine wirklichkeitsnähere Kostenverteilung, erläuterte Leistner. Die Kosten der Schmutzwasserbeseitigung werden wie bisher nach der Menge des Frischwassers verteilt, die Kosten der Regenwasserbeseitigung dagegen nach der Größe der versiegelten Flächen, von denen das Wasser in die Klärwerke gelangt.

Leistner erläuterte anschaulich, dass für die Gebührenberechnung nur Flächen herangezogen werden, über die Niederschlagswasser in die öffentlichen Abwasseranlagen fließt. Flächen auf denen das Wasser versickert oder von denen aus es in ein Gewässer fließt, werden nicht berücksichtigt. Wenn das Regenwasser in Zisternen oder anderen Behältnissen mit mindestens einem Kubikmeter Fassungsvermögen gesammelt und auf dem Grundstück verwendet wird, gelten besondere Regelungen.

Die Fragen der Gäste bezogen sich weitgehend auf die Zisternen und die Wertigkeit der versiegelten Flächen. Während Dächer sowie mit Beton- oder Asphaltdecken versiegelte Flächen mit dem höchsten Faktor 1 berechnet werden, können bei Pflaster- oder Plattenflächen ohne Fugenverguss oder bei Rasengittersteinen Abschläge geltend gemacht werden, weil diese Flächen nicht vollständig versiegelt sind.

Das neue Verfahren bedeute allerdings auch mehr Verwaltungsaufwand, verdeutlichte Leistner. Ent- und Versiegelungen von Flächen müssten bei der Gemeinde gemeldet und dort fortgeschrieben werden, sodass sie als Grundlage für die nächste Gebührenberechnung herangezogen werden können.

Während der Sprechzeiten im Rathaus können Bürger eine Broschüre bekommen oder sich über www.lohra.abwassersplitting.de informieren.

von Anita Ruprecht

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