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Rechtsstreit um Parkhotel Biedenkopf

Aus dem Landgericht Rechtsstreit um Parkhotel Biedenkopf

Die Halbersbacher Hotelkette hat den ehemaligen Inhaber des Parkhotels verklagt. Es geht um insgesamt 220.000 Euro.

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Nach Verkauf und Verpachtung gibt es nun Ärger um das Parkhotel in Biedenkopf: Die Hotelkette Halbersbacher verklagt den ehemaligen Inhaber.

Quelle: Edgar Meistrell

Marburg. Er habe vor dem Verkauf Brandschutzmängel nicht beseitigt und falsche Angaben zum Personalbedarf gemacht. So lautete der Vorwurf gegen den ehemaligen Inhaber des Parkhotels.

Richter Jan Christof Otto erläuterte im Marburger Landgericht, eine Brandverhütungsschau habe im Jahr 2007 im Parkhotel eine Vielzahl von Mängeln ergeben. Der ehemalige Inhaber des Hotels sagte aus, er habe diese beseitigt – zumindest so weit, wie es in seiner Verantwortung gelegen habe.

Insgesamt verfügt das Parkhotel über 43 Zimmer. Von diesen Zimmern befanden sich seinerzeit 30 in seinem Eigentum. Sie verkaufte der damalige ­Inhaber an die Hotelkette Halbersbacher. Die restlichen Zimmer gehören der Stadt Biedenkopf. Sie sind nun an den aktuellen Hotelbetreiber verpachtet. „Ich habe meine Dinge erledigt“, beteuerte der ehemalige Inhaber.

Gericht wartet neues Gutachten ab

Eine Überprüfung nach dem Verkauf im Jahr 2014 offenbarte erneut Mängel, deren Beseitigungskosten sich, so der Kläger, laut Gutachten auf mehr als 200.000 Euro belaufen. Gut 170.000 Euro müsse der neue Eigentümer nun aufbringen, sagte die Klägerseite, den Rest trage die Stadt. Das Thema wurde vor Gericht nicht weiter beleuchtet. Denn kurz vor der Verhandlung hatte es einen Ortstermin für ein erneutes Gutachten gegeben. Das Ergebnis soll abgewartet und beim nächsten Termin besprochen werden.

Thema der Verhandlung waren auch die Personalkosten. Im zweiten Punkt der Klageschrift fordert die Klägerseite rund 50.000 Euro Personalkosten ein. Unstrittig ist, dass der ehemalige­ Inhaber eine Liste seines Personals übergeben hat, das nach dem Betriebsübergang übernommen wurde. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Halbersbacher sagte jedoch aus, dieses Personal habe für den Betrieb nicht ausgereicht. „Es wurden sehr viele Überstunden aufgebaut“, sagt der Zeuge. Die Folge­ waren Neueinstellungen, unter anderem für die Haustechnik.

Nicht in der Klage berücksichtigt sind die Einstellungen eines Hoteldirektors und eines Küchenchefs, die das Betreiberehepaar ersetzen sollten, betonte der Zeuge. Er nehme aber an, dass Personal vor dem Verkauf reduziert worden sei.

Mitarbeiterin: Betriebsablauf nicht gefährdet

Eine Direktionsassistentin vermutete dagegen, dass die Arbeitsleistung ihres alten Chefs und seiner Ehefrau nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. Deren Einsatz habe natürlich weit über der von Angestellten gelegen. Eines Hausmeisters etwa habe es nicht bedurft – diese Aufgaben habe der Inhaber persönlich erledigt. Von Personalreduzierungen vor der Übergabe wusste sie nichts. „Und ich kann auch nicht sagen, dass danach der Betriebsablauf gefährdet war.“

Auf die Frage des Klägervertreters, ob zwei Männer, die nach Auffassung des neuen Inhabers Vollzeit gearbeitet haben, angestellt waren, sagte die Zeugin: Das seien Freunde des ehemaligen Betreibers gewesen, die manchmal geholfen hätten. So habe sich einer von ihnen am besten mit der Kegelbahn ausgekannt und sie im Schadensfall instandgesetzt.

Wann die Verhandlung fortgesetzt wird, steht noch nicht fest.

von Heiko Krause

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