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Hinterland Randalierer werden angezeigt
Landkreis Hinterland Randalierer werden angezeigt
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19:45 16.07.2010
Noch sind die Becken gesperrt, werden aber von ungebetenen Gästen heimgesucht. Quelle: Berge

Gladenbach. So mancher Gladenbacher – auch von der älteren Generation – hat in seiner Sturm- und Drangzeit in lauen Sommernächten schon mal den Zaun des alten Freibades überwunden, um im Mondschein ein paar Bahnen zu schwimmen oder vom Dreier zu springen. Das ging nicht immer leise vonstatten – die Nachbarn können davon ein Lied singen – aber relativ gesittet. Man wollte ja nicht gesehen werden, und mit der Polizei wollten die Nachtschwimmer erst recht nichts zu tun haben. Und das Bad verließen die nächtlichen Besucher so wie sie es betreten hatten.

Das änderte sich seit den 1990er Jahren. Da wurde im Bad randaliert, die Eindringlinge kamen nicht zum Schwimmen, schmissen Bänke, Sonnenschirme und Unrat in die Becken. Zerborstene Schnapsflaschen waren Belege für die Gelage. Ein großer Teil der nächtlichen Schwimmbadbesucher ist mittlerweile nur auf Zerstörung aus. Um das Gelände des nun fertiggestellten neuen Sommerbads wurde ein drei Meter hoher nicht übersteigbarer Zaun errichtet. Mit Hilfsmitteln lässt sich aber auch der überwinden. So dringen seit Ende Juni immer wieder Jugendliche auf das Gelände ein. „Sie klettern auf das Dach des Freizeitbades und haben dort mutwillig wiederholt an vielen Stellen die Blitzschutzanlage beschädigt“, berichtet Heinrich Reitz, der für die technische Betriebsleitung der Bäder zuständig ist.

Unter anderem Dank aufmerksamer Nachbarn konnten einige Täter ermittelt werden. Sie wurden angezeigt. In dieser Woche haben die nächtlichen Besuche eine neue Dimension bekommen: Unter anderem wurde ein 20 Kilogramm schwerer Betonsockel, der als Sonnenschirmhalter dient, ins Sprungbecken geworfen. Auf der einen Seite sind es die inzwischen hohen Sachbeschädigungen, auf der anderen die enormen Gefahren, denen sich die Eindringlinge aussetzen, wenn sie auf dem „Nautilust“-Dach herumturnten, die die Verantwortlichen dazu bewogen haben, nun rigoros durchzugreifen: „Wir bringen jeden illegalen Besuch zur Anzeige“, kündigt Heinrich Reitz an.

von Hartmut Berge

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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