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Hinterland „Pusch“ soll Motivation zurückbringen
Landkreis Hinterland „Pusch“ soll Motivation zurückbringen
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17:24 10.04.2017
Beim Projekt „Pusch“ werden Arbeit und Schule eng verknüpft, um den Übergang von Schule in eine Ausbildung zu erleichtern. Quelle: privat
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Marburg

Die Schullaufbahn verläuft nicht immer reibungslos bis zum ersehnten Abschluss. Manche Schüler verlieren sich auf dem Weg dorthin. Da sind Pubertät, Schwierigkeiten im Elternhaus, Drogen oder einfach nur andere Interessen ins Zentrum gerückt, die eine Abkehr vom Schulalltag und vom Lernen bewirken. Hier bietet die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Kooperation mit dem Bildungsträger „Arbeit und Bildung“ die Möglichkeit, diese Schüler besonders zu fördern.

„Praxis und Schule“ oder kurz „Pusch“ nennt sich das Programm, um solche Schüler durch einen erhöhten Praxisanteil kombiniert mit schulischen Fächern wieder neu zu interessieren und zu motivieren. Schule wird für sie wieder neu und anders erlebbar gemacht.

Dennis zum Beispiel: Er hatte viele Fehlzeiten in seiner letzten Schule und kam dort nicht mehr klar. Jetzt geht er an drei Tagen in die ARS und arbeitet zwei Tage die Woche in der Marburger Produktionsschule. Dort baut er aus alten Skiern Bänke, fertigt Stehtische oder eine Rampe für Rollstuhlfahrer.

Schüler werden sozialpädagogisch begleitet

So bekommt er den Weg von der Herstellung über die Fertigstellung und Vermarktung eines Produktes mit. „Dies hat für unsere Schüler häufig einen ganz besonderen Stellenwert“, sagt Carsten Klein von der ARS. „Es macht Spaß, mit den Händen zu arbeiten, die Gruppe ist nett. Ich fühle mich hier wohl“, sagt Dennis.

Ganz besonders wichtig für die Teilnehmer ist die professionelle sozialpädagogische Begleitung. Rainer Zühlke vom Verein „Arbeit und Bildung“ arbeitet eng mit den Lehrern der ARS zusammen und begleitet die jungen Menschen in der gesamten Zeit. Er kümmert sich um die Sorgen, Nöte und Ängste der Jugendlichen, bringt ihnen bei, wie sie sich bewerben können, vermittelt ihnen Praktika und erstellt Förderpläne gemeinsam mit Klassenlehrer, Schülern und deren Eltern.

„Das Ziel von ,Pusch‘ ist, einen offensichtlich gefährdeten Übergang von Schule und Beruf abzufedern, auf einen möglichen Beruf vorzubereiten und damit die Chancen auf eine Ausbildung zu verbessern“, sagt Zühlke.

Zu „Pusch“ kommen Schüler aus verschiedenen Schulen, die die neunte Hauptschulklasse beendet haben und keinen Hauptschulabschluss haben. Sie können ihn in der „Pusch“-Klasse nachholen.

Eine solche neue Klasse startet im nächsten Schuljahr. Dafür können sich Interessenten bei der Adolf-Reichwein-Schule anmelden. Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds und dem Kultusministerium gefördert.

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