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Protest unter der Holzhäuser Linde

Demo gegen Windpark Protest unter der Holzhäuser Linde

Während der Kundgebung überreichten Reinhold Leinweber und Uwe Bösser von der Bürgerinitiative Holzhausen eine Petition an Landrat Robert Fischbach.

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Etwa 300 Bürger aus Holzhausen und Nachbargemeinden demonstrierten gegen den geplanten Windpark.Fotos: Björn-Uwe Klein

Holzhausen. Robert Fischbach (CDU) begab sich zur Demonstration, die an der Dorflinde vor seinem Elternhaus stattfand. Dort stellte sich der Christdemokrat der Kritik von rund 300 Demonstranten, die ihren Protest gegen den geplanten Bau eines Windparks am Hilsberg bekundeten.

„Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich heute hier stehe“, sagte der Landrat. Dass Menschen ihre Meinungen artikulierten, sei wichtig. „Lasst uns die Dinge vernünftig angehen und nicht in einem übersteigerten Klima“, rief Fischbach den Demonstranten zu und erntete dabei immer wieder Buh-Rufe, zum Teil heftige Beschimpfungen und Trillerpfeifenkonzerte. Zuvor hatten BI-Vorsitzender Reinhold Leinweber und sein Kollege Uwe Bösser unter dem lauten Applaus der versammelten Bürger des Hünstein-Dorfes und einiger Nachbarorte die in der Petition enthaltenen Forderungen Punkt für Punkt vorgetragen.

„Schutz unserer Immobilien vor Entwertung sowie Preisstabilität des volkswirtschaftlichen existenziellen Gutes ,Strom‘“ lautet eine der Forderungen. „Keine Umzingelung von Ortschaften“ eine weitere. Ebenso fordert die BI, dass in Laub- und Mischwäldern keine Windenergieanlagen errichtet werden. Auch nicht in Entfernungen von weniger als 2000 Metern zu Wohnbebauungen. In Steinperf befinde sich ein Haus weniger als 500 Meter von dem geplanten Standort einer Windkraftanlage entfernt, hatte Leinweber im Vorfeld erklärt. „Und dennoch wird rücksichtslos weitergeplant.“

Bürgerinitiative übergibtdreiseitige Petition

Weiterhin wendet sich die BI gegen eine „Grenzbebauung ohne zustimmende Mitwirkung der Bürger“, sie spricht sich für eine „unabhängige Untersuchung der beeinträchtigenden Wirkung von Windkraftanlagen vor Baubeginn“ aus und für den „Erhalt unserer Dörfer und Schonung der gewachsenen Strukturen“. „Wenn diese Forderungen eins zu eins umgesetzt werden, ist die Energiewende nicht möglich“, machte Robert Fischbach deutlich. Ein Verbleib in der Atomkraft sei schließlich nicht wünschenswert. Eine Meinung, die offensichtlich nicht alle Demonstranten teilten. „Ich bin dafür“, rief ein junger Mann und hob die Hand. Ein weiterer Mann signalisierte daraufhin ebenfalls per Handzeichen seine Zustimmung zur Kernenergie.

Mehrmals wurden Fischbachs Sätze übertönt durch den Lärm von Trillerpfeifen und Zwischenrufen - Zwischenrufen von teilweise sehr persönlicher Dimension. „Robert, du bist die größte Enttäuschung für Holzhausen. Geh nach Hause!“, beschimpfte eine ältere Demonstrantin den Landrat. Und obwohl dieser in einer vergleichbaren Lautstärke durch das Megaphon sprach wie es die mit Beifall bedachten Vertreter der BI zuvor getan hatten, wurde er mehrmals mit „Lauter“-Rufen unterbrochen.

Vorwürfe gegen die Gemeinde Bad Endbach

Fischbach betonte, dass die Energieversorgung mit dem Ausstieg aus der Atomkraft dezentralisiert werde. Dies bedeute, dass nicht mehr eine große Anlage wie zum Beispiel das Atomkraftwerk in Biblis, sondern mehrere Energie-Anlagen an verschiedenen Orten die Versorgung einer Region sicherstellten. Gelingen könne dies aber nur, wenn ein solcher Wandel auch vor Ort unterstützt werde.

„Mir wäre es auch lieber, wenn die Dinge von Anfang an gemeinsam angegangen worden wären“, sagte Fischbach, bezugnehmend auf den aktuellen Konflikt zwischen der BI und der Gemeinde Bad Endbach.

Reinhold Leinweber unterstellte Fischbach eine „Verharmlosung“ der Situation. Er unterstrich, dass die BI ihre Aktivitäten nicht als Windkraft-, sondern als Standortgegner aufgenommen habe. Die jetzige Situation sei entstanden, weil die Gemeinde Bad Endbach kompromisslos gewesen sei. „Wir waren kompromissbereit, Bad Endbach war es nicht.“

von Björn-Uwe Klein

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