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Schüler diskutieren kontroverse Themen

Theaterprojekt Schüler diskutieren kontroverse Themen

Mit einem Theaterprojekt als Grundlage setzten sich Schüler der Kaufmännischen Schulen Marburg mit kontroversen Themen auseinander.

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Die Schauspieler des Theaterprojekts „Mensch- Theater!“ forderten die Schüler durch kurze Szenen zum Mitmachen und Nachdenken auf.

Quelle: Terre des Femmes

Marburg. Muss ein Mädchen auf den knallroten Lippenstift verzichten, wenn die Mutter das verlangt? Darf ein muslimisches Mädchen alleine einen Jungen treffen? Ist Schwulsein eine Krankheit? Diese Situationen präsentierten Schauspieler der Gruppe „Mensch: Theater!“ gut 60 Schülern der Kaufmännischen Schulen Marburg (KSM).

Während eines Theaterprojekts waren die Schüler aus dem Einzelhandel sowie den Sprachintensivklassen aufgefordert, Lösungsideen für die dargestellten Konflikte zu entwickeln. Dabei brachten sogar Sprachintensivschüler, die erst seit einem Jahr Deutsch lernen, ihre Erfahrungen und Standpunkte ein.

Die Schüler überraschten mit Ideen und schauspielerischem Talent. Darf ein 14-jähriges Mädchen zum Ausgehen einen kurzen Rock wählen? Ja, meint Saboor Tajik und setzte enorm viel Charme und gute Argumente ein, um die Mutter davon zu überzeugen und einen Kompromiss zu finden, den alle akzeptieren können. Auch die angehenden Einzelhändler gaben Regieanweisungen und beteiligten sich intensiv am Austausch der Meinungen und Argumente.

Theaterpädagogen und Sozialarbeiterin begleiten Diskussion

An die zweistündige Aufführung schlossen sich vier Workshops an, in denen vertiefend über Frauen- und Männerrollen, Jungfräulichkeit, Ehe- und Ehrvorstellungen diskutiert wurde. Die Gespräche wurden von Theaterpädagogen und einer Sozialarbeiterin der Darmstädter Beratungsstelle Mäander begleitet. Initiiert wurde das deutschlandweite Projekt „Gewalt im Namen der Ehre“ von der Organisation „Terre des Femmes“, finanziert wurden Aufführung und Workshops vom Hessischen Kultusministerium und dem Netzwerk gegen Gewalt.

Lehrkräfte und Schüler der KSM begrüßten die Möglichkeit, über die Themen miteinander ins Gespräch kommen. Ohne die theaterpädagogische Unterstützung hätten weder Schüler noch Lehrer den Mut gehabt, über Themen wie Kontrolle durch Familienmitglieder, verbotene Liebesbeziehungen, Homosexualität und Zwang zur Jungfräulichkeit so offen zu sprechen, so das Fazit. „Wir werden diese Themen auch zukünftig im Unterricht verstärkt aufgreifen“, resümiert Deutschlehrerin Kirsten Schmitt.

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