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Kritiker: "Steuern auf Müllskandal zu"

Probleme bei Entsorger Kritiker: "Steuern auf Müllskandal zu"

Auch im dritten Monat nach der Umstellung auf ein neues Abfuhrunternehmen erhalten die 
Mitarbeiter des Müllabfuhrzweckverbandes Biedenkopf viele 
Beschwerden.

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Weiterhin bestehen Probleme bei der Entsorgung im Gebiet des Müllabfuhrzweckverbands Biedenkopf. Das Bild entstand in Frankfurt.  Fabian Sommer/dpa

Breidenbach. Der Start in die Müllentsorgung mit dem neuen Abfuhrunternehmen Knettenbrech und Gurdulic (K+G) aus Wiesbaden ist nicht geglückt. Weiterhin gibt es Beschwerden, über nicht geleerte Mülltonnen – in Einzelfällen oder auch in ganzen Dörfern. Zuletzt sprach Dr. Horst Falk das Thema während der Gemeindevertretersitzung am Montagabend an.

Es könne doch nicht sein, dass die Versammlung über ­Zukunftsthemen wie Glasfaserkabel debattiere und gleichzeitig die Müllabfuhr nicht funktioniert, meinte der Fraktionschef der Christdemokraten.

Erneut seien grüne und gelbe Tonnen nicht abgeholt worden. „Wir steuern auf einen Müllskandal zu“, sagte Dr. Falk, weil ein Ende offenbar nicht in Sicht sei. Oder könne der Bürgermeister sagen, „wann die Abfuhr in Dautphetal und dem restlichen Hinterland wieder funktioniert?“, fragte Dr. Falk.

Bisher so viele Beschwerden
wie zuvor in einem Jahr

Bernd Schmidt, der dem Vorstand des Müllabfuhrzweckverbands (MZV) Biedenkopf angehört, erklärte, der Vorstand versuche, mit dem Unternehmen Lösungen zu finden. Er wies aber auch darauf hin, dass für die gelben Tonnen weiterhin Suez zuständig ist.

Man sei mit K+G im ständigen Austausch, um eine ordentliche Abfuhr sicherzustellen, erklärt Verbandsvorsteher Christoph Felkl der OP. Die Geschäftsstelle hat aber weiterhin mit vielen Beschwerden zu kämpfen.

Die Mitarbeiter verschickten von Februar bis Mitte März fast ­genauso viele Tickets – eine Art Beschwerdeformular – an das aktuelle Abfuhrunternehmen, wie an den Vorgänger Suez in einem ganzen Jahr. Und darin waren Beschwerden über gelbe Tonnen enthalten.

Im Januar wurden die Leerungsstörungen aber per Excel-Datei übermittelt, die Zahlen fehlen im Ticket-System. In diesem ersten Monat wurde aufgrund der Umstellung auch eine erhöhte Fehlerquote erwartet. Was auch eintraf. Die Zahl der Anrufe war extrem hoch, berichtet Felkl, da ganze Gebiete nicht angefahren wurden.

Mittlerweile bewegen sich die Beschwerden bei Sperrmüll, Papier- und Restmüll laut Verbandsvorsteher Felkl in einem überschaubaren Rahmen.

Die meisten Reklamationen gibt es beim Biomüll, bei dem sich die Menge aufgrund der plötzlichen Vegetationsexplosion nahezu verdoppelt hat. Um der Massen Herr zu werden, „werden nun zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt“.

Nur der Tonnentausch „funktioniert wirklich gut“

Laut Abfuhrvertrag hat K+G neun Fahrzeuge und ein Ersatzfahrzeug sowie ein Auslieferfahrzeug für Gefäße im Einsatz. K+G habe angegeben, für die Nacharbeit der Feiertage die Touren mit einem Zusatzfahrzeug zu bedienen.

Stetig wiederkehrende Gründe für Beschwerden des MZV an das Abfuhrunternehmen sind schwierige Anfahrten oder abgelegene Grundstücke sowie Fahrerwechsel.

Gerade der Faktor Fahrerwechsel liegt im System begründet: Jede „Fraktion“ führt ein anderer Fahrer durch. „Da gibt es Fälle, in denen zum Beispiel die Abfuhr von Restmüll und Papier super funktioniert, beim Biomüll uns aber immer wieder Beschwerden einbringt“, erläutert Felkl.

Wenn Tonnen in einem ganzen Ort nicht geleert würden, sei in der Regel ein Fahrzeugausfall oder die Erkrankung des Fahrers der Grund. Ausgefallene Touren werden dann „als Erstes am nächsten Tag nachgefahren“, sagt Felkl.

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Der Tonnentausch erfolgt zu den im Abzugsvertrag festgelegten Zeiträumen. „Das funktioniert wirklich gut“, sagt Felkl.

von Gianfranco Fain

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