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Hinterland Preisgekrönt, rustikal und voller Stil
Landkreis Hinterland Preisgekrönt, rustikal und voller Stil
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20:40 19.03.2012
Silvia Hinkel und Michael Seibert haben allen Grund zur Freude: Sie sind die gia-Preisträger 2011/12, haben somit den Deutschen Handels-Oscar gewonnen. Quelle: Marie Lisa Schulz

Marburg. „Tschüß, schöne Zeit“ es ist ein Standard-Satz, mit dem sich Michael Seibert von seinen Kunden  verabschiedet. Dabei ist Standard genau das, was der 44-Jährige nicht verkauft. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Silvia Hinkel hat er sich in einem alten Bahnhofsgebäude seinen Lebenstraum erfüllt: Sie haben ein Wohngeschäft eröffnet, das den Kunden den Spaß an außergewöhnlichen und stilvollen Möbeln vermittelt. Zwischen Designersofas und hochwertigen Esstischen aus Massivholz finden sich auch das ein oder andere Möbelstück für den kleinen Geldbeutel.

Neue Kontakte auf der Preisverleihung in Chicago

Die Inhaber Silvia Hinkel und Michael Seibert wollen eben nicht, dass ihre Vorstellung von stilbewusstem Wohnen nur von einer Einkommensklasse geteilt werden kann. Außergewöhnlich Wohnen soll für jedermann möglich sein.  Für Studenten ebenso wie für Besserverdiener.

Dieser Ansatz hat auch die Fachzeitschrift Stil und Markt überzeugt. Das Fachblatt vergibt für die amerikanische International Housewares Association (IHA) den gia-Preis, den sogenannten „Handels-Oscar“. Zwölf Monatssieger haben sie gekürt. Der deutsche Jahressieger aber kommt aus Marburg.

So recht glauben kann Silvia Hinkel den Erfolg noch nicht. Ungewöhnlich. Denn eigentlich, waren sie und ihr Lebensgefährte Michael Seibert es doch, die durch ihren festen Glauben an das Konzept des Wohngeschäfts „Güterbahnhof 12“, das seinen Standort in der alten Güterabfertigung der Eisenbahn hat,  überhaupt ins Leben rief. Damals nämlich, 2009, als sie das alte Gebäude am Bahnhof zum ersten Mal betraten, musste das Paar all seine Fantasie aufbringen, um in der leerstehenden Bahnhofshalle das gewisse Ambiente zu erkennen. Kalt war es. Kalt, zugig und verdreckt.

Zahllose Arbeitsstunden und helfenden Hände waren nötig, um aus der dunklen Halle einen Verkaufsraum mit Ambiente entstehen zu lassen. Draußen donnern die Züge vorbei, drinnen sorgen Heizstrahler für Wärme. Und zwischen Ohrensessel und Kronleuchter stehen Michael Seibert und Silvia Hinkel. In der Hand halten sie die Fachzeitschrift, in der ihr Ladenkonzept noch einmal vorgestellt wird. „Jahressieger“, sagt Seibert und kann es noch immer nicht fassen.

Die Preisverleihung fand vergangene Woche in Chicago statt. Im kleinen Schwarzen und im Anzug. Stilecht eben. Auf der größten amerikanischen Wohn- und Möbelmesse, der International Home and Housewares Show, kamen die gia-Sieger aus allen Herrenländern zusammen. Austauschen, sich kennenlernen, Ideen sammeln – das war es, was sich Silvia Hinkel und Michael Seibert im Vorfeld von der Reise erhofften. Und sie wurden nicht enttäuscht.

„Das war wie eine kleine Oscarverleihung“, schwärmt Seibert. Nach dem offiziellen Programm wurden Kontakte geknüpft. Weltweit. Nur gut, so versichert Seibert lachend,  dass Ideen und neue Geschäftskonzepte nichts wiegen. Denn die packten die beiden Geschäftsleute gleich massenhaft in ihr Reisegepäck.

„Leidenschaft für diesen Beruf ist absolut wichtig. Es ist einfach eine tolle Sache, Menschen einzurichten und sie glücklich zu machen“, erklärt Seibert.

von Marie Lisa Schulz