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Hinterland Präsenz sorgt für mehr Sicherheit
Landkreis Hinterland Präsenz sorgt für mehr Sicherheit
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17:24 03.03.2013
Gladenbachs Ortsbeirat informierte sich über den freiwilligen Polizeidienst. Das Bild zeigt (von links) Ortsvorsteher Hans-Bernhard Schwarz, Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim, Volker Müller und Mirco Prando sowie den zuständigen Polizei-Hauptkommissar R Quelle: Peter Piplies
Gladenbach

Der Gladenbacher Ortsbeirat hat sich in seiner jüngsten Zusammenkunft über den freiwilligen Polizeidienst in der Kirschenmarktstadt informiert. Dazu hatten sich die Mitglieder des Gremiums auf dem Marktplatz direkt mit den beiden ehrenamtlichen Kräften Mirco Prando und Volker Müller sowie dem zuständigen Polizei-Hauptkommissar Renee Kopsch getroffen. Bei dem Gespräch war auch Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim anwesend.

Hintergrund dieses Informationsgespräches war ein Antrag der Grünen-Fraktion bei den Haushaltsberatungen im Parlament, die Zuschüsse für den freiwilligen Polizeidienst von etwa 4000 Euro jährlich zu streichen. Weil die Gladenbacher Politiker, die auch im Ortsbeirat vertreten sind, keine genauen Kenntnisse über Umfang und Aufgabengebiete der „Bürger in Uniform“ hatten, wurde der Ortstermin vereinbart. Nach dem Treffen betonten Rathauschef Knierim und Ortsvorsteher Hans-Bernhard Schwarz übereinstimmend, dass der ehrenamtliche Dienst für Gladenbach wichtig sei und die Sicherheitslage in der Innenstadt verbessert habe. Das Geld für den freiwilligen Polizeidienst sei daher gut angelegt und sollte nicht aus dem Haushalt gestrichen werden, so Ortsvorsteher Schwarz. Der Antrag der Grünen wurde bereits in der entsprechenden Sitzung abgelehnt, sodass die Gelder 2013 für die Hilfskräfte zu Verfügung stehen werden.

Nach einer Pilotphase ab dem Jahr 2000, die komplett vom Land Hessen finanziert wurde, hat Gladenbach ab November 2006 die Kosten für den freiwilligen Polizeidienst übernommen. Aktuell gibt es 17 ehrenamtliche Helfer in vier Kommunen des Landkreises, erläuterte Hauptkommissar Kopsch. Für Gladenbach sind Prando aus Holzhausen am Hünstein und Müller aus Bad Endbach zuständig. Die beiden sind von Kopsch geschult worden, haben zudem eine Erste-Hilfe-Ausbildung und besuchen regelmäßig Fortbildungen. Wie ihre anderen 15 Kollegen arbeiten sie eng mit der Polizei zusammen. Allein ihre Präsenz wirke auf viele potentielle Kriminelle und randalebereite Jugendliche abschreckend, erläuterten die beiden.

Ein direktes Gespräch mit der jeweiligen Person wirke in vielen Situationen mehr und nachhaltiger als Sanktionen, berichtete Prando. Sollte sich allerdings beispielsweise ein alkoholisierter Jugendlicher oder auch Erwachsener nicht einsichtig zeigen, dürfen die beiden auch Platzverbote erteilen oder wenn nötig direkt die Kollegen von der Polizei anfordern. Sehr viele Gladenbacher Bürger fühlen sich allein durch die Anwesenheit der beiden Hilfskräfte sehr viel sicherer.

Die beiden trugen auch zur Aufklärung von Diebstählen, Fahrten ohne Führerschein oder unter Alkoholeinfluss bei. Für ihren Einsatz bekommen Müller und Prando eine Aufwandsentschädigung von 7 Euro pro Stunde. Nach Abzug der Kosten fürs Benzin und die Reinigung der Uniformen bleibe so gut wie nichts übrig, erklärten die beiden Ehrenämtler.

Doch darüber helfe die Anerkennung und Wertschätzung von Seiten der Bevölkerung etwas hinweg. Von aufmerksamen Passanten gibt es mal einen heißen Kaffee oder einen Pausen-Snack, das aber ganz sicher nicht als Bestechung ausgelegt werden kann. Prando und Müller sind nicht nur auf dem Gladenbacher Marktplatz unterwegs sondern schauen auch in der gesamten Innenstadt, den Spielotheken, dem Kurpark und auch in Weidenhausen nach dem Rechten.

Seit ein paar Jahren liefere der Gladenbacher Marktplatz keine Gründe mehr für Beschwerden. Das habe sicherlich mit der positiven Arbeit des freiwilligen Polizeidienstes zu tun, meinte Schwarz zum Abschied.

Noch im März soll es einen ersten konkreten Entwurf für die Umgestaltung der sogenannten Gladenbacher Innenstadt-Insel geben, erklärte Rathauschef Knierim. Darin soll auch die Buswartehalle einbezogen werden. Sobald die Pläne vorliegen, will sich der Ortsbeirat sofort damit befassen.

von Peter Piplies

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