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Hinterland Polizei sucht im Wald nach einer Leiche
Landkreis Hinterland Polizei sucht im Wald nach einer Leiche
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00:19 13.09.2018
Mit Unterstützung von Helfern des Technischen Hilfswerkes sucht die Polizei im Wald bei der Zollbuche nach den menschlichen Überresten. Dazu müssen Holz und Sträucher vom Boden entfernt werden. Der DNA-Abgleich eines Knochens, den ein Waldarbeiter im vergangenen Jahr fand, löste die Suche aus. Quelle: Marc Adel
Gladenbach

Im Wald bei Gladenbach bis Oberweidbach suchen seit Samstagmorgen rund 100 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und der Polizei nach den sterblichen Überresten von Mahmut Caner. Er wird seit 19 Jahren vermisst, vermutlich wurde er getötet.

Im vergangenen Jahr fand ein Waldarbeiter im Grenzgebiet von Gladenbach und Bischoffen menschliche Knochen. Sie wurden aufwendig forensisch untersucht, der DNA-Abgleich mit offenen Vermisstenfällen führte zur Identifizierung eines Mannes, der in Mittenaar-Bicken wohnte. Nun vermutet die Polizei, dass in der Umgebung der Fundstelle weitere Knochen des Mannes liegen. Diese werden nun gesucht. Fest steht: Mahmut Caner ist tot, Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten ein Gewaltverbrechen. Der Familienvater ist seit dem 3. Mai

1999 als vermisst gemeldet, damals war er 36 Jahre alt.
Nahe der sogenannten Zollbuche entfernten die Einsatzkräfte am Samstag zunächst Holz und Sträucher vom Waldboden. „Auch dabei wird schon auf Knochen geachtet“, erklärte Hauptkommissar Guido Rehr, Pressesprecher der Polizei des Lahn-Dill-Kreises. Seit 1999 sei einiges Holz auf die Erde gefallen, das wegzuräumen sei.

Staatsanwalt vermutet ein Tötungsdelikt

Finden die Sucher während dieser Arbeiten nichts, untersuchen Bereitschaftspolizisten den Boden intensiver. Dabei kommt auch Spezialgerät zum Einsatz, um vergrabene Knochen, aber auch metallische ­Gegenstände zu finden.

Durch den Fund weiterer Überreste des Toten erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die Todesumstände. Die Wetzlarer Staatsanwaltschaft und die Polizei gehen zwar von ­einem Tötungsdelikt aus – wie Mahmut Caner starb, ist allerdings unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Staatsanwalt Daniel Fass. Zu einem konkreten Tatverdacht machten die Ermittler noch keine Angaben. Auch Informationen zu einem Tatmotiv könnten derzeit nicht mitgeteilt werden.

Bisher hatte es keine Anhaltspunkte für einen gewaltsamen Tod von Mahmut Caner gegeben. Familienmitglieder meldeten den türkischen Staatsbürger am 3. Mai 1999 als vermisst. „Wir konnten damals nicht ausschließen, dass Mahmut Caner noch lebte“, sagte Staatsanwalt Fass. Vor 19 Jahren schlossen die Ermittler nicht aus, dass der Vater einer Tochter und eines Sohns sich ins Ausland abgesetzt hatte und dort untergetaucht war. Die seit dem Jahr 2000 eingestellten Ermittlungen sind nun wieder aufgenommen, auf Aussagen möglicher
Zeugen wird gehofft.

Wie lange die Suchaktion an der Zollbuche dauert, ist offen – möglicherweise bis Anfang dieser Woche, abhängig­ davon, wann etwas gefunden wird, sagte Guido Rehr. In diesem Fall werden auch noch Spurensicherer den Fundort untersuchen. Nachts wird die Einsatzstelle bewacht.

von Marc Adel