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Hinterland Pohl: „Ich beflügele die Stadt“
Landkreis Hinterland Pohl: „Ich beflügele die Stadt“
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00:15 10.03.2013
Dr. Reinfried Pohl über seine Rolle und die Investitionen in Marburg: „Ich würde viel mehr machen, wenn ich die öffentliche Debatte darum nicht fürchten müsste.“ Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Im exklusiven Interview mit der Oberhessischen Presse äußert sich Dr. Reinfried Pohl erstmals öffentlich dazu, was ihn zu Spenden und Investitionen bewegt und wie er seine Rolle und seine Bedeutung für die Stadt Marburg sieht. Zugleich gibt der Gründer der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) zu erkennen, dass seine Geduld in diesem emotional und ideologisch aufgeladenen Spannungsfeld endlich sei.

„In dieser Stadt müssen Sie Geschenke verkaufen“, hadert der Unternehmer zum Beispiel mit der Art und Weise, wie das Parlament und Teile der Öffentlichkeit mit seiner Spende für einen Aufzug zum Schloss umgegangen sind. „Ich fühle mich auch heute noch gekränkt“, sagt der 84-Jährige. Er werde die Diskussion darüber nie verstehen.

Pohl weist im Interview den verbreiteten Vorwurf vehement zurück, sich lediglich Macht und Einfluss sichern zu wollen: „Das ist ja ein Witz.“

Er wolle „nur seinen Pflichten als Ehrenbürger und Ehrensenator nachkommen“, habe hunderte neuer Arbeitsplätze geschaffen und trage durch seine Abgaben und Investitionen maßgeblich zu einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung und Infrastruktur in Marburg bei: „Ich beflügele die Stadt.“

Seit er 1996 den Sitz der Holding nach Marburg verlegt hat, flossen der Stadt nach Angaben der DVAG allein mehr als 100 Millionen Euro an Gewerbesteuer zu. In den vergangenen zwölf Jahren haben nach Angaben des Konzerns rund 40 Vereine und ebenso viele universitäre und städtische Institutionen von seinen Zuwendungen profitiert, mehr als 500 Unternehmen hätten als am Bau beteiligte Firmen ihren Anteil an den Investitionen der DVAG-Gruppe. Und Pohl wäre nach eigenen Worten auch bereit, sich noch stärker zu engagieren: „Ich würde viel mehr machen und investieren, wenn ich die öffentliche Debatte darum nicht fürchten müsste.“

von Christoph Linne und Anna Ntemiris