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Hinterland Pohl-Ehefrauen im Aufsichtsrat
Landkreis Hinterland Pohl-Ehefrauen im Aufsichtsrat
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19:25 23.09.2015
Linkes Bild: DVAG-Chef Andreas Pohl und seine Ehefrau Jacqueline Pohl, 
die ebenso wie ihre Schwägerin in den Aufsichtsrat gerückt ist. Rechts: Dr. Ana Pohl und Reinfried Pohl junior, der ältere Sohn des Firmen-Gründers. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Die DVAG hat ihr Kontrollgremium teilweise neu besetzt. In den Aufsichtsrat rücken zwei Marburgerinnen: Die Kauffrau Jacqueline Pohl, Gattin des Vorstandschefs Andreas Pohl, und die Ärztin Dr. Ana Pohl, Ehefrau des Vorstands Reinfried Pohl junior.

Die beiden Posten waren nach Angaben der DVAG bisher vakant. Andreas und Reinfried Pohl junior stehen seit dem Tod ihres Vaters Dr. Reinfried Pohl vor einem Jahr an der Spitze des Unternehmens. Außerdem neu im Aufsichtsrat sind Michael Westkamp sowie Eric Lombard (CEO Generali France).

Sie folgen auf Dr. Michael Kalka und Dr. Jochen Petin, die ihre Mandate niedergelegt haben. Vorsitzender des neunköpfigen Aufsichtsrats bleibt Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl. Der erfahrene Marburger Strippenzieher war ein enger Vertrauter des Firmengründers.

Das Unternehmen bestätigte der OP, dass es Veränderungen im Aufgabengebiet des siebenköpfigen Vorstandes gibt: Robert Peil (Foto: Thorsten Richter), auch ein Vertrauter der Familie Pohl, bekommt mehr Verantwortung: Der Marburger hat neben seinen bisherigen Aufgaben Koordination Vertriebsgesellschaften, Marketing und Veranstaltungen die Koordination der Vertriebsbereiche inklusive der Führung der Vertriebsbereichsvorstände übernommen.

Dr. Dirk Reiffenrath, bisher zuständig für die Förderung der Vertriebsbereiche – verantwortet nun die Aus- und Weiterbildung. Dies waren bisher die Gebiete von Dr. Helge Lach, der neben seiner bisherigen Zuständigkeit für die Digitalen Medien und das Zentrum für Vermögensberatung in Marburg nun auch die Verantwortung für die Themen Markt und Regulierung hat. Zudem koordiniert Lach die Zusammenarbeit mit Verbänden sowie die Berufsbildförderung. Die DVAG nannte keine Gründe zur Neuordnung.

Seit Mai gilt das Gesetz zur Frauenquote. Grundsätzlich soll der Frauenanteil in Aufsichtsräten auch in nichtbörsen­notierten Unternehmen erhöht werden. „Die Veränderungen im Aufsichtsrat sind rein in der Wahl der Gesellschafter begründet, nicht im Hinblick auf das Thema Frauenquote“, erklärte eine DVAG-Sprecherin.

Vergangene Woche hatte die DVAG ­bekannt gegeben, dass sie ihr Geschäftsmodell um Dienstleistungen im Rechnungsmanagement ausbaut (die OP berichtete).

von Anna Ntemiris