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Hinterland Plüsch-Schildkröten fürs Sparschwein
Landkreis Hinterland Plüsch-Schildkröten fürs Sparschwein
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17:47 29.10.2014
Lisa Meistrell, Sina Bendix und Lisa-Marie Theofel (von links) sind heute am „Kinderschalter“ der Sparkasse Marburg-Biedenkopf in der Universitätsstraße im Einsatz. Foto: Thorsten Richter (thr) Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Eine junge Mutter kommt am Mittwoch in die Hauptfiliale der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, um sich zu erkundigen, wo ihre Kinder am nächsten Tag die Sparschweine abgeben können. Die Antwort ist leicht: Der eigens für den Weltspartag eingerichtete "Kinderschalter" am Eingang ist nicht zu übersehen. Plüsch-Schildkröten für die jüngsten Kunden, coole Sport-Kopfhörer für Jugendliche und Bildkalender mit Motiven aus dem Landkreis für Erwachsene: Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf erwartet am Weltspartag wieder viele Kunden, die fürs Sparen ein Geschenk abholen wollen. Die Volksbank Mittelhessen verschenkt Plüsch-Elche, Spiele und ebenfalls coole Kopfhörer. „Gerade Kinder füttern ihr Sparschwein auch heute noch das Jahr über, um es am 30. Oktober mit Eltern oder Großeltern zur Sparkasse zu bringen und das Geld auf ein Sparkonto einzuzahlen“, sagt Michael Frantz von der Marketingabteilung der Sparkasse Marburg-Biedenkopf.

„Beim Weltspartag geht es in erster Linie darum, Kindern und Erwachsenen den Spargedanken nahezubringen“, betont er. Ähnlich äußert sich auch Dennis Vollmer, Pressesprecher der Volksbank Mittelhessen. Die Aktion sei bei Kindern sehr beliebt, der Genossenschaftsbank gehe es um die Förderung des Spargedankens. „Das niedrige Zinsniveau ist bei den Menschen am Weltspartag kein Thema“, weiß er.

Angesichts niedriger Zinsen fragen sich viele Verbraucher, lohnt es sich überhaupt noch Geld aufs Sparbuch zu legen? Laut Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zum Weltspartag ist die Sparquote - also das Verhältnis von Sparsumme und verfügbarem Einkommen - seit einigen Jahren rückläufig. Im Zuge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sank der Anteil des Sparbetrages am verfügbaren Einkommen von 10,5 Prozent 2008 auf 9,1 Prozent 2013. Aktuell liegt die Sparquote bei 9,2 Prozent. Bis 2025 rechnet der Verband mit einem Rückgang auf unter 7 Prozent.

Diese Entwicklung beobachten viele mit gemischten Gefühlen. So freut sich die Industrie - und hier vor allem der Mittelstand und das örtliche Handwerk - über die wiederentdeckte Konsumlust vieler Deutscher. Allerdings sind langfristig die negativen Auswirkungen einer extrem niedrigen Sparquote bei der gegebenen demografischen Entwicklung absehbar. Im Alter könnte es für viele ohne ausreichende Rücklagen deshalb finanziell eng werden. Doch wenn es um die Vermögensbildung geht, agieren viele Bundesbürger vorsichtig. Laut BVR bleiben die Banken bei der Geldanlage eine zentrale Adresse. Sichteinlagen wie Tagesgeldkonten waren besonders beliebt. Insgesamt lag der Mittelzufluss 2013 mit 103,6 Milliarden Euro auf einem neuen Rekordhoch - und das trotz vergleichsweise niedriger Zinsen.

Insgesamt verfügten die Bundesbürger Ende 2013 über ein finanzielles Vermögen in Höhe von 5153 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Anstieg um 4 Prozent beziehungsweise um 200 Milliarden Euro. Rein rechnerisch lag das Vermögen bei jedem der privaten Haushalte Ende 2013 damit bei 272 000 Euro - bei durchschnittlicher Verschuldung pro Haushalt von rund 38 600 Euro.

Die Zahlen sehen aber nur auf den ersten Blick imposant aus. Das Vermögen ist nicht gleichmäßig verteilt. So gibt es viele wohlhabende Haushalte in Deutschland, aber auch viele, in denen die Mittel eher knapp sind.

von Anna Ntemiris und dpa

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