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Pilze verströmen Duft „wie Marzipan“

Pilzmuseum Pilze verströmen Duft „wie Marzipan“

Einzigartig macht das Bad Laaspher Pilzmuseum, dass das erste seiner Art in Deutschland war, die Verwendung von gefriergetrockneten Exponaten.

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Die Besucher informierten sich in der Ausstellung.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Bad Laasphe. Volker Walther verteilt die frischen Pilze auf die Tische. Kurz hält er inne und riecht an einem der Exponate. „Wie Marzipan“, sagt er lächelnd. Mehr als 100 Frischpilze haben Sammler im Dachgeschoss im Haus des Gastes in Bad Laasphe zusammengetragen. Gemeinsam feiern Kenner und Gäste dort am Sonntag einen besonderen Anlass: den 25. Gründungstag des Pilzmuseums.

Zugleich steht die Feier am Beginn der Reihe „Pils trifft Pilz“ in Bad Laasphe. Die Hauptattraktion am Sonntag ist die Sonderausstellung mit frischen Pilzen, die ihren besonderen Duft im Haus verbreiten. Dabei sei die Suche in den vergangenen Tagen gar nicht einfach gewesen, weiß Museumsleiter Volker Walther.

Zunächst füllte der verregnete Sommer die Pilzkörbe der Sammler. Von einer kurzen Trockenperiode unterbrochen, beginnt nun die Herbstsaison. Zwar seien die Wälder noch immer sehr trocken. „Aber an feuchten Nordhängen werden Sammler schon fündig“, verrät Walther.

Neben der Ausstellung versprachen verschiedene Pilzgerichte im Foyer einen besonderen Gaumenschmaus. Seine in Laasphe bekannten Pilzkeramiken bot Thomas Müller aus Limburg zum Verkauf an und daneben informierten die „Kräuterpädagogen Westfalen“ über Kräuter. Am Nachmittag entführten Matthias Theiß aus Biedenkopf mit seinen besonderen Fotografien und Harald Zühlsdorf bei einem Vortrag in die Welt der Pilze.

Das Museum ist ein Aushängeschild für die Lahnstadt. Bei seiner Gründung 1987 war es das einzige reine Pilzmuseum in Deutschland. Bis heute ist es das größte seiner Art und noch immer das einzige, das nur echte, gefriergetrocknete Exponate zeigt. „Und darauf kann Bad Laasphe stolz sein“, betonte Volker Walther.

Den Grundstein für das Museum legte Heinrich Lücke. Unterstützt wurde er von Christine Hahn, Christa Münker und Herbert Behr. Schon seit den 1970er Jahren führte Lücke Pilzwanderungen an. Da der Erfolg der Touren vom Wetter abhing, entstand der Wunsch, die Vielfalt der heimischen Wälder immer zeigen zu können.

Als er von der Gefriertrocknung erfuhr, begann er die Natur zu konservieren und in Vitrinen für jedermann zu jeder Zeit erlebbar zu machen. Auch aus anderen Museen kamen Exponate an die Lahn. Heute umfasst die Ausstellung mehr als 900 verschiedene, mitteleuropäische Pilze.

Seit 2001 leitet Walther, der studierte Biologe, der bei einem Volontariat im Landesmuseum Stuttgart auf den Pilz kam, das einzigartige Museum in Bad Laasphe. Im selben Jahr wurde der Verein „Freunde und Förderer der Pilzkunde“ gegründet. „Der ist unheimlich wichtig“, erklärt Walther - er verschaffe dem Museum neue Exponate und unterstützt die Einrichtung auch finanziell.

Im Museum werden alljährlich Pilz-Seminare für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Sogar die Prüfung zum Pilzsachverständigen kann im Museum, das Ausbildungsstandort der Deutschen Gesellschaft für Mykologie ist, abgelegt werden.

Nach der offiziellen Runde am Morgen erhob der stolze Museumsleiter sein Glas: „Lassen Sie uns anstoßen - auf die nächsten 25 Jahre!“

von Benedikt Bernshausen

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