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Hinterland Pilotprojekt für Energiegesellschaft läuft an
Landkreis Hinterland Pilotprojekt für Energiegesellschaft läuft an
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19:20 30.05.2012
Aufmerksam verfolgten die annähernd 100 Zuhörer die Ausführungen des Landschaftsplaners Uwe Döpel zu den rot markierten Feldern rund um Günterod, die als verbleibende Potenzialflächen für die Aufstellung von Windkraftanlagen favorisiert sind. Quelle: Klaus Peter
Günterod

Im Dorfgemeinschaftshaus Günterod fand am Dienstagabend die erste Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark Lahn-Dill-Bergland Mitte in einem sehr sachlichen Rahmen statt. Das interkommunale Projekt der Gemeinden Bischoffen, Bad Endbach und Siegbach interessierte rund 100 Bürger, die von Landschaftsplaner Uwe Döpel aus Göttingen und Bad Endbachs Bauamtsleiter Thomas Reuter informiert wurden.

Dieter Domke, Erster Beigeordneter der Gemeinde Bad Endbach, begrüßte zuvor auch die Vertreter von Eon, die Bürgermeister Ralph Venohr aus Bischoffen und Berndt Happel aus Siegbach sowie Bernd Schmidt, Vorsitzender des Vereins Region Lahn-Dill-Bergland.

Reuter ging in seinem Beitrag auf den Atomausstieg ein und betonte, dass die Windenergie eine tragende Säule im zukünftigen Energiemix darstelle, die auch für den Windpark Lahn-Dill-Bergland-Mitte geplanten Windenergieanlagen der 3-MW-Klassen würden je Anlage regenerativen Strom für rund 2500 Bürger erzeugen. Diese Anlagen hätten bei einer Nabenhöhe von 140 Metern eine Gesamthöhe bis zu 200 Metern. Pro Jahr würde eine Windenergieanlage eine Emissionsverminderung von rund 4500 Tonnen CO2 erreichen.

Reuter betonte weiter, dass die wirtschaftliche Bedeutung der Windenergie für die Gemeinden sehr hoch sei, denn neben einer Beteiligung an den Einspeiseerlösen seien Pachteinnahmen und Gewerbesteuererlöse zu verzeichnen. Auch habe jeder Bürger die Möglichkeit, sich an dem Windpark mit wenig Geld, zum Beispiel 1 000 Euro, zu beteiligen.

Abstand zu Gehöften soll bei 600 Metern liegen

Neben einer regionalen Wertschöpfung sei ein solcher Windpark auch der erste Schritt zur energetischen Unabhängigkeit. Der rund um Günterod geplante Windpark, in den sich neben den drei Kommunen auch Eon Mitte Natur einbringe und das Ingenieurbüro Döpel Göttingen für die Planung verantwortlich sei, stelle ein Pilotprojekt dar, das den Einstieg zur Energieerzeugungsgesellschaft Lahn-Dill-Bergland bilde.

Ralph Venohr wies darauf hin, dass sich auch Mitgliedskommunen, die über keine eigene Potenzialflächen verfügen, finanziell in dieses Projekt einbringen können.

Uwe Döpel stellte den Planungsstand des Projekts vor und betonte, dass es sinnvoll sei, dezentrale Energien dort zu erzeugen, wo es Potenzialflächen gebe, die mindestens 400 Meter hoch liegen und möglichst die Bürger der Anrainergemeinden nicht stören. Die Schallbelastung der Großanlagen sei ziemlich identisch mit denen kleinerer Windkrafträder. Die Pufferzone solle gegenüber der Wohnbebauung mindestens bei 1000 Meter liegen, wobei der Abstand zu einzelnen Gehöften immerhin noch 600 Meter betrage.

Bei der Suche nach Potenzialflächen seien Naturschutz und Schutzgebiete sowie Belange der Forstwirtschaft ebenso zu berücksichtigen, wie Flora und Fauna. Für die Umsetzung solcher Projekte seien Kompromisse nötig, denn die Windkraftanlagen führten auch zu Veränderungen des Landschaftsbildes. Gleichwohl müssten Windenergieanlagen im hiesigen Kulturraum akzeptiert werden, zumal immer mehr Menschen keinen Atomstrom mehr wollen.

Bei der Suche nach Potenzialflächen sollen vorrangig Windwurfflächen genutzt werden, danach folge Nadelwald und wenn diese beiden Möglichkeiten nicht ausreichen, solle in junge Laubwaldbestände geplant werden.

Zehn Anlagen produzieren 60000000 kWh Strom

Für den geplanten Windpark hätten sich laut Döpel Flächen zwischen Günterod und Eisemroth (Schönscheid) und eine größere Fläche im Grenzbereich Bad Endbach/Günterod und Oberweidbach herauskristallisiert. Inwieweit die Umsetzung des Windparks mit, wie Reuter betonte, etwa 10 Windenergieanlagen möglich sei, müsste noch genauestens geprüft werden.

Bei dieser Planung müsse Mensch und Natur geschützt werden und deshalb sollten die vorgegebenen Schallgrenzwerte unterschritten und Beeinträchtigungen durch Schattenwurf unterhalb der zulässigen Zeiten reduziert werden. Reuter bezifferte den Gesamtstromverbrauch der Gemeinden Bischoffen, Siegbach und Bad Endbach im Jahre 2010 auf 44270000 Kilowattstunden (kWh). Bei der Verwirklichung dieses Windparks mit 10 Anlagen würden jährlich 60000000 kWh erzielt und damit eine 135-prozentige Deckung des Bedarfs erreicht.

Bau soll 2013 beginnen, Anlagen 2014 ans Netz gehen

Bevor endgültig die Anzahl der Windkraftanlagen feststehe, müssten noch umfängliche Prüfungen und Gutachten eingeholt werden. Jede der drei Kommunen würde, sofern dieses Projekt zum Tragen käme, mit sechsstelligen Beträgen jährlich partizipieren. Wie Reuter weiter berichtete, würden bis Herbst dieses Jahres vermutlich alle Gutachten vorliegen, sodass Ende 2012 das Genehmigungsverfahren eingeleitet werden könne. Im Normalfall sei deshalb davon auszugehen, dass 2013 mit dem Bau des Windparks begonnen werde, der dann 2014 ans Netz gehen könne. Damit verbunden sei auch die Verlegung eines Breitbandkabels.

Am „Schönscheid“ zweibis drei Windkraftanlagen

Anschließend fragten die Bürger, die sich zum Beispiel nach der geplanten Anzahl der Windräder erkundigten. Diese Frage konnte Reuter noch nicht endgültig beantworten. Auf Nachfrage berichtete Reuter, dass am „Schönscheid“ und damit im Grenzbereich Eisemroth eventuell 2 maximal 3 Anlagen installiert werden könnten.

Ein Bürger wollte wissen, ob die Öffentlichkeit auch rechtzeitig informiert und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt würde. Hierzu verwies Reuter auf die Homepage und auch noch folgende Informationsveranstaltungen zu dieser Thematik.

Auf Nachfrage berichtete Reuter, dass die Anlagen mit einer jährlich Laufzeit von 2000 Stunden ausgelegt seien.

Es gab auch Bürger, die sich Sorgen um die Natur besonders am „Mellberg“ machen. Durch den Bau solcher Anlagen werde diese zerstört. Hierzu entgegnete Siegbachs Bürgermeister Berndt Happel, dass er in seiner Gemeinde noch keine schriftlichen Beschwerden zu dem dortigen Windpark im „Schelderwald“ auf dem Schreibtisch bekommen habe.

Eine Anlage kostet vier Millionen Euro

Auf Nachfrage bezifferte Döpel die Kosten pro Anlage auf etwa 4 Millionen Euro, wobei die Zufahrtswege auf 4 Meter verbreitert und geschottert würden.

Ein Bürger fragte, wie sich die Preisgestaltung des Stroms durch den Bau von Windkraftanlagen auswirke. Dazu teilte Eon Mitarbeiter Martin Severin mit, dass sich tendenziell durch den Bau von Windkraftanlagen der Strom nicht verbillige. Eine Bürgerin sprach sich grundsätzlich für Windkraft aus, aber dagegen, dass diese Anlagen in Günterod aufgestellt würden.

nAb 1. Juni wird eine Homepage unter www.windservice-mitte.de/lahn-dill-bergland freigeschaltet, auf der sich die Bürger über den Stand des Projektes informieren können.

von Klaus Peter

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