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Pfusch am Bau führt zu Spätschäden

Lohra Pfusch am Bau führt zu Spätschäden

In den nächsten drei bis fünf Jahren müssten nach Einschätzung des Gemeindevorstandes rund 315.000 Euro in die Sanierung des Rathauses gesteckt werden.

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Lohras Gemeindeverwaltung will noch bürgerfreundlicher werden. Kein Aushängeschild ist die Besuchertoilette.

Quelle: Hartmut Berge

Lohra. Die Gemeindeverwaltung ist die Schaltzentrale Lohras. Das Rathausgebäude ist zwar erst 30 Jahre alt, wies aber schon vor dem Einzug der Verwaltung bauliche Mängel auf. Daraus resultierten Folgeschäden, die behoben werden müssen. Darüber hinaus ist es, wie fast alle Gebäude aus dieser Zeit, energetisch schlecht ausgestattet. Will man die laufenden hohen Energiekosten senken, müsste die Gemeinde kräftig investieren. Alleine die Ausstattung mit dreifach verglasten Fensterelementen würde mit 96.000 Euro zu Buche schlagen.

Eine neue Heizungsanlage würde 30.000 Euro kosten, die wohl unumgängliche Trockenlegung der Kellerräume 15.000 Euro. Die Wärmedämmung an den Fassaden ist mit 76.500 Euro kalkuliert.

All dies ist in dem Schreiben nachzulesen, dass der Gemeindevorstand allen Gemeindevertretern als Reaktion auf einen CDU-Dringlichkeitsantrag zukommen ließ (die OP berichtete). Auslöser des Antrages war eine Mitteilung von Bürgermeister Georg Gaul in der jüngsten Parlamentssitzung, die sich auf Investitionen ins Rathaus bezog, die bereits im Nachtragshaushalt 2011 und aktuellen Haushaltsplan vom Parlament abgesegnet wurden.

CDU-Chef Werner Waßmuth hatte moniert, dass die vom Gemeindeoberhaupt vorgestellten Investitionen in dieser Form den Gremien nicht präsentiert worden seien. Im besagten Schreiben des Gemeindevorstandes sind sie noch einmal aufgeführt. In diesem Jahr sollten 82.000 Euro investiert werden. Zum einen sollten Umbauten dem effizienteren Arbeiten dienen, zum anderen soll Ausstattung ausgetauscht und nachgerüstet werden, um damit gesetzlichen Anforderungen nachzukommen.

Abbrucharbeiten wie das Herausnehmen von Wänden, Trockenbau und Malerarbeiten sollten in Eigenleistung von Bauhofmitarbeitern erledigt werden. Die Elektroinstallation soll mit 33.700 Euro zu Buche schlagen, schalldichte Türen würden 16.500 Euro kosten und neuer Bodenbelag rund 20.700 Euro. Im Schreiben des Gemeindevorstandes wird darauf hingewiesen, dass der Prozess des Verwaltungsumbaus nicht an den politischen Entscheidungsträgern vorbeilaufen sollte, „sondern vielmehr die Effektivitätssteigerung der Verwaltung und das Wohl der Bürgerinnen und Bürger Lohras zum Ziel hat“.

Investitionen flossen in Haushaltsberatungen ein

Es sollte als Verdienst der politischen Entscheider publiziert werden, wenn die Kommunikation mit den Bürgern in Zeiten zunehmender Politikverdrossenheit verbessert werde.

Der Vorstand erinnert, dass mit den Beratungen zum Haushalt 2011 erstmals ein Betrag von 20.000 Euro eingestellt und bewilligt wurde. Damit wurde eine Organisationsuntersuchung der Gemeindeverwaltung und des Bauhofes finanziert. Im Nachtragshaushalt 2011 wurden 36.500 Euro eingestellt. Mit diesem Geld sollten unter anderem die konventionellen Türen gegen Schallschutztüren ausgetauscht werden, Büros sollten renoviert und Sicherheitsschränke angeschafft werden.

Weil Ausschreibung und der Umbauplan sich noch in Abstimmung mit den Bediensteten befand, wurde das Geld nicht verbraucht.

Im Zuge der Beratungen des Haushaltsplans 2012 sei der Ansatz für die Renovierungsarbeiten entsprechend der Kostenschätzung erneut eingestellt und bewilligt worden, „sodass zusammen mit der bereits bewilligten Summe aus dem Nachtragshaushalt 2011 die Kosten für die Umbauarbeiten abgedeckt wurden“, erklärt der Gemeindevorstand in seinem Schreiben.

von Hartmut Berge

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