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Durchblick im Pflege-Dschungel

Beratungsstelle Durchblick im Pflege-Dschungel

Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Pflegehilfsmittel, Entlastungsleistungen, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege …? Der Pflegestützpunkt des Kreises in Biedenkopf bietet Hilfe.

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Informationen zum Thema Pflege können Betroffene in Biedenkopf erhalten.

Quelle: Sven Hoppe / dpa

Biedenkopf. Wenn Menschen wegen Erkrankungen oder hohen Alters nicht mehr allein klarkommen, können sie sich bei Annika Bajraktari melden. „Auch Angehörige können selbstverständlich bei uns anrufen“, sagt Bajraktari, Ansprechpartnerin des Biedenkopfer Pflegestützpunkts, der für das gesamte Hinterland zuständig ist. Die Beratung – egal wie lange sie dauert – ist für die Bürger komplett kostenfrei. Und: Bajraktari und ihre Kollegen beraten unabhängig und trägerneutral – sie sind also nicht an Pflegedienstleister gebunden.

Bei vielen Anfragen dreht es sich um Leistungsfragen, berichtet Bajraktari. Für Laien sei das komplizierte System kaum zu überblicken. Die geschulten Berater können helfen, herauszufinden, ob Anspruch auf Leistungen aus dem Pflege- und Sozialleistungsrecht besteht.

Zentral ist dabei oft das Pflegegeld. Die Berater begleiten Klienten auch, wenn eine Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen zur Pflegeeinstufung ansteht und helfen gegebenenfalls bei Widersprüchen. Auch andere Leistungen, etwa Wohngeld und Grundsicherung, auf die der Klient womöglich Anspruch hat, haben die Berater im Blick.

„Wir sehen nicht nur den pflegerischen Bereich“

Darüber hinaus gibt es Wohnberatung für pflegebedürftige Menschen. Denn unter Umständen haben Betroffene auch Anspruch auf Zuschüsse für sogenannte „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ wie den Einbau eines Treppenlift oder zusätzlicher Geländer.

Die Beratungen finden in der Regel im Pflegestützpunkt in der Außenstelle der Kreisverwaltung in Biedenkopf statt. „Wir machen aber auch Hausbesuche“, erklärt Bajraktari. Dabei geht es nicht nur darum, Klienten den Weg zu ersparen, sondern auch darum, sich die Wohnsituation der Betroffenen anzuschauen und so den Bedarf besser einzuschätzen.

Bei manchen Klienten reicht ein Gespräch. Menschen mit größerem Hilfebedarf begleiten die Pflegeberater aber auch über einen längeren Zeitraum. „Wir beraten umfassend, wir sehen nicht nur den pflegerischen Bereich“, betont Bajraktari, nicht nur bei Fragen der ­eigentlichen Pflege, sondern auch beispielsweise bei der Organisation ­einer Haushaltshilfe, von Essen auf Rädern, der Einrichtung des Hausnotrufsystems.

„Viele Leute sind fix und fertig“

Auch um die Koordinierung dieser Dienste kümmern sich die Pflegeberater bei Bedarf. Dass Pflege, Betreuung, Haushaltshilfe und alle anderen Dienstleistungen aufeinander abgestimmt sind, sei grundlegend dafür, dass der Pflegebedürftige genau die Hilfe bekommt, die er tatsächlich braucht. Bei Bedarf organisieren die Berater eine Pflegekonferenz, bei der alle Beteiligten – der Pflegebedürftige beziehungsweise seine Angehörigen, der Berater, Vertreter der Dienste, manchmal auch noch der Hausarzt – sich zusammensetzen, um die bestmögliche Lösung zu finden.

Bedarf für das Beratungsangebot des Landkreises sei auf jeden Fall da, sagt Bajraktari. Ihre 
persönlichen Erfahrungen decken sich mit der Statistik. 2016 seien beim Kreis – der Pflegestützpunkte in Marburg, Biedenkopf und Stadtallendorf unterhält – 2200 Beratungsanfragen eingegangen. 645 entfielen dabei auf Biedenkopf.

Bei den meisten Beratungen geht es nach Bajraktari um Menschen, die zu Hause versorgt werden. Laut Statistik waren 2015 gut 9000 Menschen im Landkreis pflegebedürftig gemeldet. Mehr als drei Viertel davon wurden zu Hause versorgt – ein Großteil von den eigenen Angehörigen. Nur bei einem Drittel der Zuhause-Versorgten war ein Pflegedienst involviert. Für Bajraktari geht daraus auch hervor: „Es gibt sehr viele Angehörige, die wir entlasten können, indem wir beraten und mit organisieren. Viele Leute, die bei uns anrufen, sind fix und fertig und sehr dankbar, wenn wir helfen“, sagt die Beraterin.

  • Kontakt: Annika Bajraktari, Landratsamt Biedenkopf, Kiesackerstraße 12, Biedenkopf, Telefon 06461/793228, E-Mail: BajraktariA@marburg
-biedenkopf.de; offene Sprechstunden: dienstags und mittwochs, 10 bis 12 Uhr, sowie donnerstags, 13 bis 15 Uhr.

von Susan Abbe

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