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Pfingst setzt Ruffert vor die Tür

Gemeindevorstand Pfingst setzt Ruffert vor die Tür

Als während eines Disputs in einer nichtöffentlichen Gemeindevorstandssitzung die Bezeichnung 35,7-Prozent-Bürgermeister fiel, sah Kämmerer Peter Pfingst die Wähler beleidigt und verwies Detlef Ruffert des Saals.

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Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Steffenbergs Bürgermeister Peter Pfingst (links) und dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Detlef Ruffert gipfelten am Montag für Ruffert mit einem Verweis aus dem Sitzungssaal des Gemeindevorstands.

Quelle: Brock

Niedereisenhausen. Zwei Wochen nach der Bürgermeisterwahl kam es am Montag während einer Sitzung des Gemeindevorstands Steffenberg zur erneuten Konfrontation zwischen dem wiedergewählten parteilosen Bürgermeister Peter Pfingst und seinem Ersten Beigeordneten Detlef Ruffert, der zugleich SPD-Fraktionsvorsitzender in der Gemeindevertretung ist. Schon am Wahlabend hatte Pfingst von Ruffert gefordert zurückzutreten. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört, sagte der just mit einem Wahlergebnis von rund 60 Prozent im Amt bestätigte Kämmerer.

Er wirft Ruffert unter anderem vor, mit unfairen Mitteln Wahlkampf gegen ihn betrieben zu haben, zum Beispiel auf Wahlveranstaltungen vermeintliche Personalprobleme zum Thema gemacht zu haben. Ruffert denkt aber nicht daran, sein Ehrenamt aufzugeben. Er sehe „überhaupt keine Veranlassung zurückzutreten“, sagte der Erste Beigeordnete am Mittwoch der OP und ergänzte: „Ich ziehe das bis zum Ende der Legislaturperiode durch.“ Doch am Montag eskalierte der Streit zwischen den beiden. Als Pfingst in der nichtöffentlichen Gemeindevorstandssitzung von Ruffert ständig unterbrochen worden sei, habe er ihn aufgefordert, dies zu unterlassen.

Als Ruffert dieser Aufforderung nicht nachkam und ihn gar als 35,7-Prozent-Bürgermeister titulierte, habe er von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und ihn wegen Störung der Sitzung des Saales verwiesen. „Ruffert hat nicht nur mich beleidigt, sondern auch alle diffamiert, die zur Wahl gegangen sind“, sagte Pfingst am Mittwoch. „Natürlich habe ich Widerworte gehabt“, sagt Ruffert, „ich kann die ständigen Anwürfe von Pfingst einfach nicht mehr hören.“ Der Bürgermeister habe unter anderem erklärt, dass er den Gemeindemitarbeitern eine Dienstanweisung gegeben habe, wie sie mit dem Ersten Beigeordneten umzugehen hätten und er hätte auch seine Frau angegiftet. Zudem ist Ruffert der Ansicht, einen „äußert fairen Wahlkampf geführt zu haben“, bei dem es normal sei, den Kandidaten der eigenen Partei zu unterstützten.

von Gianfranco Fain

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