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Hinterland Pfingst: „Geld fließt jetzt woanders hin“
Landkreis Hinterland Pfingst: „Geld fließt jetzt woanders hin“
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19:18 12.10.2015
Noch drehen sich die neuen Windkraftanlagen auf dem Mattenberg nicht. Auch wenn die Räder auf Steffenberger Gebiet stehen, sind einige Anwohner von Lixfeld darüber nicht erfreut. Quelle: Edgar Meistrell
Steffenberg

Das Votum der Steffenberger kippte am Sonntagabend die einjährige Vorlaufzeit, um die beiden Hinterlandkommunen auf einen neuen Weg zu bringen. Nun werden die Zusicherungen des Landes nicht kommen und die Bürger müssen sich auf Einschnitte bei den freiwilligen Leistungen und auf Gebührenerhöhungen einstellen.

Bürgermeister Peter Pfingst wird vermutlich die Leistungen für das Freibad infrage stellen müssen. Der Konsolidierungspfad dürfe nicht verlassen werden, bestätigte er gegenüber der OP. „Die Verhinderer der Fusion müssen den Bürgern später erklären, warum die Erhöhungen der Gebühren für die Grundsteuer B und die Kindergartenbetreuung auf sie zukommen“, sagte er. Das Geld, das das Land Hessen für die verschuldeten Kommunen zur Verfügung gestellt hätte, „fließt jetzt woanders hin“.

Beck ist enttäuscht

Persönlich enttäuscht über den Ausgang der Wahl ist Angelburgs Bürgermeister Thomas Beck. Seine Gemeinde hat für die Fusion gestimmt. Auch er weiß, dass jetzt die Zusagen des Landes nicht mehr kommen und der Konsolidierungspfad unumgänglich ist.

Das Nein der Bürger respektiert er trotzdem. Bis Juni 2017 ist er im Amt und steht nach jetzigem Ermessen für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung – auch wenn er sich andere Voraussetzungen gewünscht hätte, unter denen die neue Gemeinde dann mehr Gestaltungsspielraum gehabt hätte.

Er sagt: „Ich habe keinen schlechten Job gemacht.“ Vielleicht hätte man die Bürger noch besser über die Vorteile informieren können, doch Beck ist eigentlich sicher, dass alle Vorteile in den Bürgerversammlungen der Ortsteile intensiv erörtert worden sind.

Vermutung: Viele haben nach Bauchgefühl abgestimmt

Schon im Vorfeld des Bürgerentscheids gab es die Vermutung, dass Lixfeld sich gegen die Fusion ausspricht. Das bestätigte sich dann auch: 64,5 Prozent der Wähler stimmten mit Nein und nur 35,5 mit Ja. Als Grund für das Abstimmungsverhalten nannte Ortsvorsteher Willi Mai die geplante Windkraftanlage „Mattenberg“.

Den Vorwurf, die kleine Gemeinde Angelburg würde bei einer Fusion mehr profitieren als der große Bruder Steffenberg, kann Beck nicht nachvollziehen. Bei der Abstimmung hätten wohl viele Menschen mit Herz- und Bauchgefühl abgestimmt, was durchaus nachvollziehbar sei.

Gegenüber Angelburg sei das Abstimmungsverhalten nicht okay, sagte Pfingst. Beide Gemeinden hätten durch die Fusion Vorteile gehabt. „Es ist wie in einer Ehe. Man muss es wollen“, sagte Steffenbergs Bürgermeister, der nun seinem Nachfolger im Amt eine Kommune mit einem hohen Schuldenstand hinterlässt.

von Silke Pfeifer-Sternke