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Pferde bleiben bei Übung gelassen

Biedenkopf Pferde bleiben bei Übung gelassen

Die Biedenkopfer Grenzgangsreiter probten am Samstag den Ritt im Festzug, um festzustellen, ob sich die Pferde für den Grenzgang eignen.

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Die Grenzgangsreiter probten unter realen Bedingungen den Ritt im Festzug für den Grenzgang im August. Die Spieler der A-Jugend des FC Ederbergland übten das „Hupchen“. Fotos: Klein

Biedenkopf. Nicht nur für die Biedenkopfer stellt der tradit­ionsreiche Grenzgang einen Ausnahmezustand dar. Auch für die Pferde der Grenzgangs­reiter bedeutet das Spektakel alles andere als Normalität. Die knallenden Peitschen der Wettläufer, die Musikkapellen und die vielen Menschen auf engem Raum - das alles überfordert ein Pferd, das solche Situationen nicht gewohnt ist. Hochgefährliche Situationen, in denen ein Pferd in einer Menschenmenge plötzlich scheut und möglicherweise weitere Pferde in Panik versetzt, wünscht sich niemand.

Aus diesem Grund bereiten die Grenzgangsreiter ihre Pferde bereits seit geraumer Zeit auf den Grenzgang vor. Am Samstag probten sie deshalb den Ritt im Festzug. Mit dabei waren die Wettläufer Christoph Strieder und Karsten Plitt, der Spielmannszug Biedenkopf sowie die Mitglieder der Männergesellschaft Kottenbach-Marktplatz und einiger Burschenschaften. So realistisch wie möglich simulierten die Teilnehmer den Festzug. Der Spielmannszug machte Musik, die Wettläufer ließen die Peitschen knallen.

Eine gewisse Anspannung lag schon bei dem Zusammenkommen oberhalb des Marktplatzes in der Luft. Bei leichtem Regen trafen immer mehr Menschen und Pferde im „Kottenbach“ ein. Eine Kellnerin aus der gleichnamigen Gaststätte verteilte Biere an die Reiter. Dann erklang Musik, die Anwesenden stellten sich zum Festzug auf. Vorneweg der Spielmannszug, dahinter die Grenzgangsführer der Männergesellschaft Kottenbach-Marktplatz, Hans-Otto Winne­bald, Ralf Siebott, Ralf Dittmann und Daniel Graff, gefolgt von den Mitgliedern der Gesellschaft. Mittendrin die Grenzgangsreiter, gefolgt von zahlreichen weiteren Teilnehmern - unter anderem Spieler der A-Jugend des FC Ederbergland. Die Fußballer übernehmen für die Männergesellschaft Kottenbach-Marktplatz in knapp drei Wochen das „Hupchen“ der Grenzgänger. Langsam setzte sich der Festzug in Bewegung.

Deutlich eiliger hatten es die Wettläufer. Sie huschten an den Festzugteilnehmern vorbei, um vorab ein Plätzchen am Rande der Straße zu finden, an dem sie sicher die Peitschen schwingen und knallen lassen können.

Einige Schaulustige verfolgten die „Übung“ vom Straßenrand oder aus den Fenstern und bedachten die Mitwirkenden mit Applaus. Gleichmäßig zog der Festzug die Straße hinauf, bog schließlich in den Eifaer Weg ab, um von dort aus in den Wald zu gelangen. Die anfängliche Anspannung wich mehr und mehr, die Pferde blieben die ganze Zeit über ruhig. Nach etwa einer halben Stunde war das Ziel des Tages, das Haus der Männergesellschaft Kottenbach, erreicht.

Nach einer kurzen Ansprache von Grenzgangsführer Hans-Otto Winnebald, an deren Ende die Versammelten den Grenzgang hochleben ließen, fand sich Zeit für Gespräche, für Kaffee und Kuchen, Würstchen oder ein Glas Bier.

„Die Art und Weise, wie die Pferde jetzt mit der Situation eines Festzugs umgehen, ist kein Vergleich mehr zu den ersten Übungstreffen“, sagte Felix Cyriax, Adjutant von Burschenoberst Detlef Stein, im Gespräch mit der OP.

„Die Pferde haben sehr große Fortschritte gemacht.“ Von Anfang an sei es wichtig, bei der Wahl eines Grenzgangspferdes auf das Wesen der Tiere zu achten und besonders empfindliche Pferde auszuschließen. Denn: „Nicht jedes Pferd ist für den Grenzgang geeignet.“

Am Haus der Männergesellschaft probten auch die A-Jugendspieler des FC Ederbergland ihren Part für den Grenzgang. Unter der Anleitung des Grenzbeauftragten Richard Clös übten sie das „Hupchen“ von Gästen. Damit gemeint ist das dreimalige In-die-Luft-werfen von Grenzgängern unter der Fahne einer Männergesellschaft, die man damit begrüßt und hochleben lässt.

von Björn-Uwe Klein

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