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Petition an Landtag

Uniklinikum Petition an Landtag

Wer gedacht hatte, nach dem vorläufigen Scheitern der Rhön-Übernahme durch den Fresenius-Konzern sei die Luft raus aus dem Protest der Marburger gegen Stellenabbau, schlimme Arbeitsbedingungen und die Bedrohung der Hochschulmedizin, sah sich getäuscht: 300 Menschen kamen am Montagabend erneut in die Elisabethkirche zum „gesundheitspolitischen Montagsgebet“, um über Politik und Ethik in der Medizin zu reden.

Marburg. Martin Fries, künftiger Arzt und Mitglied in der Fachschaft Medizin, verglich die Studienbedingungen am Fachbereich mit den Arbeitsbedingungen am Universitätsklinikum: tolle Vorlesungen, motivierte Dozenten diagnostizierte er auf der einen Seite, übermüdete und überlastete Ärzte auf der anderen Seite. „In einem solchen Betrieb wollen wir nicht arbeiten“, sprach Fries für die Studierenden.Die Klinik müsse untrennbar mit der Lehre verbunden bleiben, forderte Fries, die Medizin in Marburg für die Forschung weiterhin attraktiv sein.

Propst Helmut Wöllenstein wählte eine Geschichte aus dem Neuen Testament, um seine Botschaft an diesem Abend rüberzubringen. Er erzählte eine Geschichte aus dem Markusevangelium, in der vier Freunde einen gelähmten Mann zu Jesus bringen. Weil eine große Menge um Jesus stand, so heißt es in der Geschichte, deckten die Männer das Dach über Jesus ab und ließen den Gelähmten zu ihm herab – als der das sah, machte er den Lahmen wieder gehend. „Manchmal braucht es besondere Maßnahmen, um große Ziele zu erreichen“, interpretierte Wöllenstein, und: „Für eine Aufbruchsdynamik ist Zusammenhalt gefragt.“

Diejenigen, die nach dem Montagsgebet blieben, um über weitere Aktionen zu beraten, hatten diese Worte des Propstes vielleicht noch im Ohr. Sie diskutierten unter anderem über die Möglichkeit einer Petition an den Hessischen Landtag, sich für den Rückkauf des UKGM einzusetzen. Genaueres solle auf dem Treffen des Bündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“ besprochen werden. Möglich wäre, die Petition mit einem Sonderzug und entsprechend vielen Begleitern nach Wiesbaden zu bringen.

von Till Conrad

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