Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
"Petersburg" wird bald wieder eröffnet

Neuer Pächter "Petersburg" wird bald wieder eröffnet

Ein chinesischer Gastronom, der bisher eine Speisegaststätte in Gladenbach bewirtschaftet, übernimmt als Pächter den Landgasthof „Petersburg“ in Weidenhausen.

Voriger Artikel
Prüfung der Genehmigung stockt
Nächster Artikel
Ausbau geht weiter

Ein chinesischer Gastronom übernimmt den Landgasthof Petersburg als Pächter. Foto: Klaus Peter

Weidenhausen. Der Landgasthof „Petersburg“ eröffnet spätestens bis zum 1. Februar 2013 wieder seine Pforten. Die alteingesessene Speisegaststätte wird dann als Pächter von einem chinesischen Gastronom betrieben, der seit vielen Jahren am Kirchbergcenter ein Speiselokal führt.

Da der neue Pächter einen Teil der Einrichtung in China bestellt habe, sei noch nicht sicher, ob das Speiselokal bis Ende dieses Jahres wiedereröffnet werden kann, berichtet der Inhaber des Landgasthofes „Petersburg“, Wolfgang Pitz.

Nachdem sich einige Interessenten vor Ort über die „Petersburg“ informierten, kam es letztendlich zu einem Vertragsabschluss mit dem neuen Pächter, berichtete Wolfgang Pitz.

In der Speisegaststätte werden als Spezialitäten chinesische und mongolische Gerichte angeboten. Die Gäste können sich dabei am Buffet ihre Speisen aussuchen. Die verschiedenen Fleischsorten, die roh angeboten werden, kann dann der Gast mit dem Teller zum Grill bringen, damit diese dort zubereitet werden. Anschließend wird dem Gast der Teller an den Tisch gebracht und serviert.

Die „Petersburg“ blickt auf eine 108-jährige Geschichte zurück, sie wurde 1904 als Gasthof von der Familie Aßmann erbaut. Der jetzige Saal diente bis etwa 1923 als Zigarrenfabrik und später als Bierverlag, als Übungsraum des Turnvereins und als Kinosaal. Von 1946 bis 1950 führte der Sohn des Erbauers, Heinrich Aßmann, den Gasthof, der anschließend von dessen Schwester Gretel Becker und später von drei verschiedenen Pächtern betrieben wurde. Der Saal diente auch als Küche für die Verpflegung der amerikanischen Soldaten bis etwa 1947. 1948 wurde dort die ersten Weidenhäuser Kirmes gefeiert.

1964 erwarb Heinrich Pitz zusammen mit seinem Sohn das Anwesen und eröffnete am 12. Januar 1965 die Gaststätte mit einem Flüchtlingsball und zwei Tage später mit einem Wirteball. 1971 erfolgte der erste Umbau des Saals zum Speisesaal, 1978 der zweite Umbau. Mit der Übernahme des Gasthauses renovierten die Besitzer die Fremdenzimmer, die dann wieder vermietet werden konnten. Nach 1965 wurde der Landgasthof „Petersburg“ unter anderem bekannt durch große Schnitzel, die über den Tellerrand hinausragten. Die gute Küche sei ein Anziehungspunkt auch für viele Touristen gewesen, viele Busse machten dort Halt, erinnert sich Wolfgang Pitz, der nach dem Tod seines Vaters Heinrich im Jahre 1971 als gelernter Koch, unterstützt durch seine Familie, die alleinige Geschäftsführung übernahm. Der Landgasthof wurde von Wolfgang Pitz zusammen mit seiner Frau Gudrun bis Dezember 2009 bewirtschaftet und dann aus Altersgründen an seine Töchter Sonja Kraus und Andrea Thomas übergeben. Aus gesundheitlichen Gründen musste Sonja Kraus im Frühjahr 2012 den Gaststättenbetrieb aufgeben, in dem auch bis dahin die Ehemänner der beiden Töchter mithalfen. Seit Frühjahr dieses Jahres ist die Speisegasthof „Petersburg“ geschlossen.

von Klaus Peter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr