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Per Fax erfahren die Betroffenen von der Schließung

Das Schlecker-Aus Per Fax erfahren die Betroffenen von der Schließung

Sie haben gehofft, gebangt, gezittert. Ohne Erfolg. Die Schlecker-Mitarbeiterinnen im Landkreis erfuhren per Fax von dem endgültigen Aus der Drogeriekette.

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Quelle: Julian Stratenschulte

Marburg. „17,50 Euro macht das, bitte.“ Die Schlecker-Verkäuferin in der Drogeriekette in Cappel lächelt freundlich, nimmt Geld für das Unternehmen entgegen, das ihr keine Zukunft mehr bieten kann. Per Fax wurden sie und ihre Kolleginnen über die bevorstehende Schließung informiert. Eine halbe Stunde ist das jetzt her.

Reden möchte sie darüber noch nicht. Erst einmal weiterkassieren. Erst einmal an der Normalität festhalten. Versuchen zu verstehen, welche Bedeutung die Worte haben, die auf dem Din A4-Zettel stehen. Der nächste Kunde hält zehn Euro und ein paar warme Worte bereit.

Die Nachricht habe er erst vor wenigen Minuten im Radio gehört. „Schade“, sagt er und zuckt mit den Schultern. „Ja, schade“, erwiderte auch die Verkäuferin. Mehr kann sie an diesem Nachmittag nicht sagen. Das Fax - es hat sie und ihre Kolleginnen sprachlos gemacht.

Die Kunden hingegen sind weniger sprach-, oftmals jedoch ratlos. „Wie geht es denn weiter?“, fragt einer, der in der Schlecker-Filiale in der Marburger Altstadt seine Pfandflasche abgeben will. Resignierendes Schulterzucken seitens der Verkäuferin. Das wüsste sie auch gern. Nur eines steht bisher fest: Ihre Kündigung wird sie in den nächsten Wochen erhalten. Genau wie die anderen Mitarbeiterinnen im Landkreis, die in den fünf übrigen Schlecker-Filialen in Fronhausen, Gemünden, Marburg Kernstadt, Rauschenberg und Steffenberg arbeiten. Wie viele Angestellte es genau sind, das konnte im Hauptsitz niemand sagen. „Die akute Situation lässt sich noch gar nicht abschätzen“, sagt Patrick Hacker aus der Pressestelle.

Ohnehin müsse zumindest abgewartet werden, was mit den Schlecker XL-Märkten geschehen werde. Die Hoffnung auf Rettung dieser Sparte habe man nicht aufgegeben. So ging es der Angestellten in Cappel auch vor wenigen Wochen, als ihre Filiale im Rahmen der ersten Sparrunde als zukunftsfähig tituliert wurde. Nun ist der letzte Funken Hoffnung erloschen.

von Marie Lisa Schulz

und Carsten Bergmann

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