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Parlament kommt zur Kundgebung

Widerstand am Klinikum Parlament kommt zur Kundgebung

Schlag 16 Uhr beginnt an diesem Freitag auf dem Marktplatz eine ungewöhnliche Großkundgebung zur Zukunft des Klinikums.

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Bei einer „aktiven Mittagspause“ verfolgten etwa 300 Menschen am Haupteingang des Universitätsklinikums bei Brötchen und Mettwurst Reden von Betriebsratschefin Bettina Böttcher (vorne) und anderen Mitgliedern des Bündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“.

Quelle: Fotos: Tobias Hirsch

Marburg. Dass ein Oberbürgermeister sich den Hut für die Organisation einer Kundgebung aufzieht, passiert wahrlich nicht alle Tage. Das Marburger Stadtoberhaupt Egon Vaupel hat dies getan - ihm geht es um die Bedeutung, die das Klinikum für die Stadt und die Region hat.

Sparpläne, Übernahme durch Fresenius - die Mitarbeiter der Uniklinik fürchten um ihre Jobs. Ihrem Frust verschafften sie bei der aktiven Mittagspause des Betriebsrats Luft. Fotos: Tobias Hirsch

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Auch dass eine Stadtverordnetenversammlung ihre Sitzung unterbricht, um zu einer Kundgebung zu gehen, ist eher ungewöhnlich. Der Ältestenrat stimmte gestern dem Vorschlag zu, dass Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer die heutige Sitzung gleich wieder unterbricht. Löwer wird dann im Parlament eine Erklärung abgeben, wie bedeutsam der politische Streit ums Klinikum für das Stadtparlament ist. Die Stadtverordneten werden anschließend wohl komplett die wenigen Meter zum Marktplatz hinüberlaufen und an der Kundgebung teilnehmen.

Die wird mit einer Rede des Oberbürgermeisters eröffnet werden. Als Redner sind weiter vorgesehen Dekan Helmut Wöllenstein als Vertreter der Kirchen, Dr. Susanne Kretschmann als Mitglied der Ärzteinitiative „„Notruf 113“ und UKGM-Betriebsratschefin Bettina Böttcher. Gerechnet wird mit mehreren hundert, vielleicht bis zu 1000 Teilnehmern.

„Aktive Mittagspause“am Universitätsklinikum.

Dass sich alle Beteiligten auf eine längere Auseinandersetzung eingerichtet haben, wurde gestern bei einer vom UKGM-Betriebsrat organisierten „aktiven Mittagspause“ deutlich: So drohte etwa Helga Scherer, Gründungsmitglied der Bürger-initiative „Gemeinsam für unser Klinikum“, Ministerpräsident Volker Bouffier vor 300 Zuhörern an: „Der Tag X wird kommen, da klopfen wir bei Ihnen an und wollen Fakten sehen.“

Bettina Böttcher, die Betriebsratsvorsitzende, sagte, „der Kampf geht in die nächste Runde“ und fügte unter großem Beifall hinzu: „Holen wir uns unser Klinikum zurück.“

Ralf Schrader schätzte für die DGB-Senioren ein, die bisherigen Aktionen zeigten schon, „wie selbstbewusst der Kampf ums Klinikum ist“ und warf bereits einen Blick in die Zukunft: „Es kommt der Moment, wo wir uns nicht nur am Nachmittag zu Demonstrationen und Kundgebungen treffen, sondern auch während der Arbeit in den Betrieben aktive Proteste organisieren müssen.“ DGB-Sekretär Dr. Ulf Immelt sprach von „20000 solidarischen Gewerkschaftsmitgliedern“ und rief dazu auf, „den Kampf solange zu führen, bis das Klinikum wieder unser Klinikum ist.“

von Till Conrad

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