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Offene Rechnung mit zwei Vereinen

Parlament Gladenbach Offene Rechnung mit zwei Vereinen

Gladenbachs Stadtverordnete entscheiden nächste Woche Donnerstag, ob sie dem Sportclub und dem Turnverein den Vorschuss von 56.000 Euro erlassen.

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Der Sportclub Gladenbach muss noch einen Vorschuss von 36.000 Euro für den Neubau des Kunstrasenplatzes an der Biedenkopfer Straße an die Stadt Gladenbach zurückzahlen.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Für die Gladenbacher Vereine Sportclub und Turnverein geht es während der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 28. September, um viel – um viel Geld. 56.000 Euro verlangt die Stadt von den beiden Vereinen zurück. Das Geld wurde per Beschluss im September 2012 als Vorschuss für den Bau des Kunstrasenplatzes sowie für die Sanierung und Neugestaltung der Leichtathletikanlage am Großsportfeld gewährt; rückzahlbar im laufenden Jahr.

Sportclub wie Turnverein wurden seitens der Stadt bereits mehrfach schriftlich aufgefordert, die Vorschuss-Summe zurückzuerstatten. Nun haben sich beide Vereine geäußert und schriftlich beantragt, den Vorschuss nicht zahlen zu müssen. Der Turnverein muss 20.000 Euro zurückerstatten, der Sportclub 36.000 Euro.

Ausschüsse beraten
 über Forderungserlass

Die Vorlage des Magistrats hält beide Optionen offen: Entweder fordern die Stadtverordneten die Zahlung der Außenstände ein oder sie erlassen den Sportvereinen die Schuldenlast. Bereits am Dienstag vor der Stadtverordnetenversammlung wird eine Tendenz deutlich werden, denn dann wird der Erlass der Forderungen als Vorlage im Haupt- und Finanzausschuss erörtert, der gemeinsam mit dem Ausschuss für Jugend, Sport und soziale und kulturelle Angelegenheiten tagt.

Die Stadt Gladenbach hat für beide Projekte einen Zuschuss von fast 310.000 Euro gezahlt. Für den Neubau des Kunstrasenplatzes an der Biedenkopfer Straße sowie für die ­Sanierung der Leichtathletik­anlage am Großsportfeld wurden ursprünglich Kosten von unter einer Million Euro veranschlagt. Es wurde mit Kosten von 930.000 Euro kalkuliert.

Voraussetzung für die Realisierung war, dass das Land Hessen die Projekte mit 30 Prozent fördert. Der Landeszuschuss sollte knapp 280.000 Euro betragen. Entgegen des ursprünglich einkalkulierten Zuschusses des Landes Hessen wurde die Fördersumme allerdings reduziert auf 230.000 Euro. Somit entstand das Defizit von 56.000 Euro, das nun zur Rückzahlung an die Stadt ansteht.

Reduzierter Zuschuss bedingt das Defizit

Nach der Ausschreibung stellte sich zudem heraus, dass die Planer die Kosten zu niedrig kalkuliert hatten. Das Kostenvolumen stieg auf 1,4 Millionen Euro an. Daraufhin setzten der Sportclub und der Turnverein den Rotstift an und verabschiedeten sich von wünschenswerten, aber nicht notwendigen Positionen. So wurde die in der Antragstellung formulierte Finanzierung beibehalten. Die Streichung der Posten brachte schließlich eine Kostenreduzierung um knapp 420.000 Euro. Somit konnten beide Projekte realisiert werden und die Kosten blieben unter 
einer Million Euro.

Die vorher eingerechneten Leistungen des Bauhofs für das Projekt Sanierung und Neugestaltung der Leichtathletik­anlage wurden komplett gestrichen. Für den Kunstrasenplatz schlägt die Bauhofleistung nur noch für die Umzäunung der Anlage mit Kosten von etwa 24.000 Euro zu Buche.

Der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Ausschuss für Jugend, Sport, soziale und Kulturelle Angelegenheite befassen sich am Dienstag, 26. September, ab 19 Uhr im Haus des Gastes mit dem Thema. Die Stadtverordneten beraten darüber am Donnerstag, 28. September, ab 19 Uhr im Bürgerhaus des Gladenbacher Stadtteils Erdhausen.

von Silke Pfeifer-Sternke

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