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Hinterland Parkinson-Wohnhaus entsteht in Gladenbach
Landkreis Hinterland Parkinson-Wohnhaus entsteht in Gladenbach
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20:41 02.07.2009
Mit Freude blicken auf dem Gladenbacher AWO-Gelände auf den Bauplan des Wohn- und Pflegehauses für Parkinson-Patienten (von links): Roland Hippe und Thomas Naumann vom Förderverein, Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim, Wohnheimleiterin Angelika Pleicher, AWO-Geschäftsführer Michael Schmidt und Fördervereins-Vorsitzende Ursula Spuler-Stegemann. Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Glück und Freude waren am Donnerstag die am meisten genutzten Vokabeln, als der Vorstand des Fördervereins Parkinson-Wohnheim, Vertreter der Arbeiterwohlfahrt und Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim zusammenkamen, um die Kooperation des Fördervereins mit der AWO bekanntzugeben. Es sei ein Glücksfall, an den er selbst nicht mehr geglaubt habe, erklärte zum Beispiel Thomas Naumann, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, oder Professorin Ursula Spuler-Stegemann, die von einer unglaublich großen Freude sprach, den vor 18 Jahren eingeschlagenen Weg mit der AWO als Kooperationspartner weiterzugehen. Man habe um ein eigenes Haus gekämpft, es aber nicht hinbekommen, ergänzte die Vereins-Vorsitzende. Nun habe man zwar eine kleine, aber „voll akzeptable Lösung“. Diese, so ergänzte Roland Hippe vom Vorstand des Fördervereins, entspreche der Idee, „aber auf kleiner Flamme“.

Es entsteht eine Unterkunft für Parkinson-Kranke, die aufgrund ihrer Krankheit lieber unter sich bleiben, aber in Gladenbach auch den Anschluss zu anderen Bewohnern oder den Angeboten des Altenwohnheimes nutzen können. Eine Kombination, die laut Naumann in Hessen, wenn nicht gar in Deutschland einzigartig ist.Seit 1991 sammelt der Förderverein Geld für ein Pflege- und Wohnheim, dass speziell auf die Bedürfnisse der Parkinson-Kranken zugeschnitten ist. Seitdem wurden Höhen und Tiefen durchlebt. 1996 beschloss die Stadt Gladenbach ein Grundstück auf Erbpacht-Basis zur Verfügung zu stellen, 1997 kam aus dem Sozialministerium grünes Licht für die Grundsteinlegung. Allein am Geld mangelte es.

Kleine Spendensummen aus Wohltätigkeitsveranstaltungen und deren Verzinsung bildeten über die Jahre eine respektierliche Summe, aber auch die Erkenntnis, dass der Traum von einem eigenen Wohnheim ohne Großspenden oder großzügige fließende Fördermittel nicht gelingen wird. Mit der neuen Leiterin des AWO-Altenwohnheimes in Gladenbach kam dann der entscheidende Impuls. Angelika Pleicher sei sofort von der Idee angetan gewesen, berichtet Bürgermeister Knierim. Zwischen ihr und Spuler-Stegemann habe auch die „Chemie“ gestimmt, sodass das Projekt hervorragend konkretisiert wurde, worüber die Stadt sehr froh sei, ergänzte Knierim. Michael Schmidt, Geschäftsführer der AWO Nordhessen, stellte das Projekt vor, das hervorragend zum integrativen Ansatz der AWO passe.

Über dem Seitenbau, indem zurzeit die Begegnungsstätte untergebracht ist, sollen auf zwei Geschossen zehn kleine Wohneinheiten entstehen. Diese sind auf einer Grundfläche von 21 bis 24 Quadratmetern speziell auf die Bedürfnisse von Parkinson-Patienten eingerichtet, haben ein barrierefreies Bad mit Dusche und WC und werden auch über einen Internetanschluss verfügen. Zudem werde es einen Kurzzeit-Pflegeplatz geben.Der Bauantrag soll demnächst gestellt werden. Der Anbau wird rund eine Million Euro kosten, wovon der Förderverein und die AWO je ein Drittel tragen. Das restliche Drittel sei schon beim Deutschen Hilfswerk beantragt, berichtete Schmidt.

Diese Kostenaufteilung werde zu keiner Erhöhung der Pflegesätze führen, erklärte der AWO-Geschäftsführer. Das Wohnhaus führe zu einer Stabilisierung der Belegung, was zur Sicherung der Arbeitsplätze beitrage und eventuell zu Neueinstellungen führen könnte. Zurzeit betreuen laut Pleicher je nach Pflegestufen 20 bis 28 Pflegekräfte 60 bis 65 Patienten. Die Mitarbeiter werden in Kursen und Schulungen auf die neuen Anforderungen vorbereitet. Pleicher rechnet mit einer guten Ausnutzung, gebe es im Landkreis doch etwa 600 Menschen im Alter von mehr als 65 Jahren, die an Parkinson erkrankt seien.Der Bau des lang ersehnten Wohnhauses bedeutet nicht das Ende des Fördervereins. „Wir verfügen noch über eine kleine Reserve, um weiter helfen zu können“, sagt Spuler-Steegemann. Vor zwei Jahren sei die Satzung geändert worden, um die Unterstützungsmöglichkeiten zu erweitern, ergänzte Naumann. Hippe sprach gar von einem „vorzeigbaren Betrag“ und versprach: „Wir werden die Einrichtung weiter unterstützen.“

von Gianfranco Fain

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