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Hinterland Ortsvorsteher über das Seelbacher Gemeinschaftshaus: "Es ist halt da"
Landkreis Hinterland Ortsvorsteher über das Seelbacher Gemeinschaftshaus: "Es ist halt da"
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00:15 18.02.2013
Das Dorfgemeinschaftshaus von Seelbach dient zugleich als Feuerwehrgerätehaus und steht ansonsten meist leer. Für Zusammenkünfte hat sich die Dorfgemeinschaft das schmucke alte Backhaus zurecht gemacht.Fotos: Gianfranco Fain
Seelbach

Der kleinste Lohraer Ortsteil hat auch das kleinste Dorfgemeinschaftshaus (DGH). Positiv darf in dieser Hinsicht zumindest gewertet werden, dass das 1976 erbaute Haus der Gemeinde im Vergleich zu den anderen Gemeinschaftshäusern am wenigsten kostet. Aber: „Es ist kaum genutzt, das ist wohl wahr“, gibt Harald Zimmermann zu. Befragt dazu und zur Zukunft des DGHs, weiß der Ortsvorsteher auch keinen Rat. „Es ist halt da“, sagt Zimmermann, aber es sei auch unpersönlich, in dem Raum komme keine Stimmung auf, zudem sei es für größere Feiern „zu klein“.

Das gelte auch für das Backhaus, dass sich die 73 Seelen zählende Dorfgemeinschaft zurechtgemacht hat. Auch dieses sei für Beerdigungen, Hochzeiten oder Jahreshauptversammlungen zu beengt, stehe somit nicht in Konkurrenz zum DGH. Dessen Verlassenheit hängt sicherlich mit dem räumlichen Angebot zusammen und das nicht erst, seitdem darin „nicht mehr geraucht werden darf“.

Gemeinschaftshaus ist auch Gerätschuppen

Dabei ist das Gebäude auf Funktionalität ausgerichtet, es bildet mit dem Feuerwehrgerätehaus eine Einheit. Unten steht der Löschanhänger drin, das Obergeschoss dient auch als Schulungsraum. Die Feuerwehr mit ihren 40 Mitgliedern stellt auch den einzigen Verein im Ort. Ob die das DGH in Trägerschaft übernehmen könnte?

Während Zimmermann darauf keine Antwort weiß, sagt Heinrich Schorge: „Sicherlich nicht!“ Dies würde die Möglichkeiten der Feuerwehr übersteigen, erklärt der Vorsitzende. Aber man brauche das DGH, weil es die einzige Unterstellmöglichkeit für das Feuerwehr-Einsatzgerät sei. Dieser aus den 1960er Jahren stammende Anhänger wird im Ernstfall von einem Traktor zum Einsatzort gezogen. Für die Erstversorgung reiche das vollkommen aus, sagt Schorge, darüber hinaus seien die Wehren in den Nachbarorten gut ausgestattet.

Genauso Kosten vermeidend wie die Seelbacher es mit ihrem Einsatzgerät halten, genauso handhaben sie es auch mit den laufenden Kosten: Die Sanierung des Gebäudes, wie zum Beispiel vor zwei Jahren die Erneuerung des Sockels oder das Anstreichen der Decke - „alles selbst gemacht“, betont Schorge. Deshalb zweifelt er auch die Angaben der Gemeinde an. Die echten Kosten könnten niemals 5000 Euro betragen. „Was rechnet die Gemeinde da rein?“, fragt er sich.

In der Rechnung enthalten seien alle Kosten wie Wasser, Abwasser oder Stromverbrauch aber auch die kalkulierten Kosten des Aufwandes, den die Verwaltungsmitarbeiter oder die des Bauhofes im Zusammenhang mit den Dorfgemeinschaftshäusern hätten, erklärt dazu Michael Bose, der die Gemeinde in der doppischen Buchhaltung berät.

von Gianfranco Fain