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„Wir geben nicht auf“

Ortsgruppe für Vogelschutz „Wir geben nicht auf“

Vor dem Winter hatten Naturschützer die Teiche der Ortsgruppe ausgebaggert, damit die eingeschleppte Wasserpest ­ausfriert – ohne Erfolg. Nun geht der Kampf gegen die Pflanze weiter.

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Lars Weiand (links) und Wilfried Pfuhl von der Ortsgruppe für Vogelschutz in Mornshausen hoffen, die Wasserpest aus ihren Teichen verdrängen zu können.

Quelle: Martina Koelschtzky

Mornshausen/S. Schon in den 1980er-Jahren hat die Ortsgruppe für Vogelschutz das kleine Gelände an der Subach gekauft, auf dem auch eine Quelle entspringt. Erst einer, später zwei weitere Teiche wurden angelegt und mit dem Quellwasser gespeist. „Die Idee war folgende: Wo es Wasser und damit Insekten gibt, siedeln sich auch Vögel an“, erklärt der frühere Vorsitzende Wilfried Pfuhl. Die „nasse Ecke“ an der Subach sei ­ohnehin nicht bewirtschaftet worden und bot sich daher für den Naturschutz geradezu an.

„Damals war ich noch in der Schule“, erzählt der heutige Vorsitzende, Lars Weiand. Anfang des Jahrtausends habe der Verein noch die beiden unteren Teiche, die mehr oder weniger tot waren, an den Quellwasserdurchfluss angeschlossen. „Dann war alles gut, wir hatten viele Insekten und heimische Wasserpflanzen – bis die Wasserpest kam.“

Neben der Elodea, so der wissenschaftliche Name der Pflanzengattung, macht auch die Zeit der Ortsgruppe das Leben schwer. „Ich bin der Jüngste in der Gruppe, die meisten sind mittlerweile zu alt für die viele Arbeit“, sagt Weiand. Deshalb hat sich die Ortsgruppe an den Landkreis gewandt mit der Bitte, die Anlage zu übernehmen. „Das haben wir gerne getan, denn wenn man solche Projekte nicht betreut, sind sie bald weg“, sagt Petra Schöck von der Unteren Naturschutzbehörde.

Schöck: Wasserpest bedroht heimische Artenvielfalt

Aber auch die Ortsgruppe für Vogelschutz kümmert sich weiter um die Teiche. Vor dem vergangenen Winter hat Weiand, der ein Bauunternehmen hat, die Teiche ausgebaggert. „Die Hoffnung war, dass die Wasserpest in den kalten Wintertagen dann ausfriert“, erklärt er. Bis in den Juni hinein sah es so aus, als sei es gelungen, die wahrscheinlich durch Aquarien eingeschleppte Wucherpflanze auszurotten. „Macht sich die Wasserpest nämlich breit, zehrt sie den gesamten Sauerstoff im Wasser auf und das Gewässer verlandet“, erklärt Schöck.

Aber innerhalb von nur zwei Wochen um den Monatswechsel herum sei die „Wasserpest wieder explodiert“, berichten die Männer der Vogelschutzgruppe. Ein paar Libellen gebe es noch. Einzelne Blätter des heimischen Froschlöffels sind am Rand noch im Wasser zu sehen, aber der größte Teil der Wasserfläche ist schon wieder überwuchert.

„Möglicherweise verlieren wir den Kampf gegen die Wasserpest, die die heimische Artenvielfalt bedroht, genauso wie den Kampf gegen das Springkraut, den wir wohl schon verloren haben“, bedauert Schöck. „Es ist mit den Pflanzen in Aquarien so wie mit dort gehaltenen Goldfischen oder exotischen Schildkröten: Die Menschen wollen irgendwann die Pflanzen oder Tiere nicht mehr, möchten sie dann aber lieber aussetzen als töten. Dabei bedenken sie aber nicht, was sie damit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt antun.“

Doch „wir geben nicht auf“, sagt der Ortsgruppenvorsitzende Weiand. Jetzt wird überlegt, die Quelle, welche die drei Teiche speist, in die Subach abzuleiten und die Teiche für mehrere Jahre trockenzulegen. „Und dann hoffen wir auf kalte Winter“, sagt Weiand.

von Martina Koelschtzky

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