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Ortsbeirat will nur gezielt Unterstützung leisten

Sportstättenbau Ortsbeirat will nur gezielt Unterstützung leisten

Der Gladenbacher Ortsbeirat wird sich nicht pauschal an der Finanzierung der Sportanlagen an der Biedenkopfer Straße beteiligen.

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Trotz Finanzierungslücke haben die Bauarbeiten für den Kunstrasenplatz des SC Gladenbach begonnen. Das Projekt des Turnvereins steht auf der Kippe.Foto: Peter Piplies

Gladenbach. In seiner jüngsten Sitzungen lehnte das Gremium eine entsprechende Anfrage der Stadt ab. Gleichwohl ist der Ortsbeirat bereit, notwendige Geräte wie Hochsprungmatten oder Tore von seinen Verfügungsmitteln zu bezahlen, erklärten die Mitglieder übereinstimmend.

Zu Beginn der Sitzung war Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) erschienen und hatte dem Gremium das Sportanlagen-Projekt sowie die entstandenen Finanzierungslücken erläutert.

Das im Juni 2010 vom Parlament beschlossenen Projekt sollte nach einer damaligen Kostenschätzung für 930000 Euro verwirklicht werden können. Für das Geld sollten die Leichtathletikanlage und der Kunstrasenplatz entstehen, so der Bürgermeister. Ein Zuschuss vom Land Hessen in Höhe von 300000 Euro war in dem Zahlenwerk erwartet worden. Die tatsächliche Finanzierungshilfe war jedoch auf 200000 Euro beschränkt worden. Durch die Aufteilung des Vorhabens in zwei einzelne Projekte mit dem Gladenbacher Sportclub (GSC) und dem Turnverein (TV) als Bauherren konnten die Zuschüsse auf 160000 und 70000 Euro angehoben werden, das hatte aber ein Jahr Verzögerung zur Folge, erläuterte der Rathauschef.

Nach Ausschreibunggab‘s böses Erwachen

Bei der Ausschreibung ergab sich jedoch eine Gesamtbausumme von 1,4 Millionen Euro. Eine erneute Überprüfung und „Abspeckung“ der beiden Sportanlagen konnte die Summe auf etwa eine Million reduzieren. Dennoch weisen der Kunstrasenplatz und die Leichtathletikanlage jeweils eine Unterdeckung aus. Die genauen Summen werden im Rathaus noch ermittelt. Der GSC hat an die Baufirma bereits den Auftrag erteilt. Der TV wartet jedoch mit seiner Entscheidung noch auf eine Bürgschaft von der Stadt. Beide Vereine möchten nämlich, dass die Stadt entweder eine weitere finanzielle Unterstützung gewährt oder für die entstandene Deckungslücke eine Bürgschaft übernimmt. Das Gladenbacher Parlament werde darüber in seiner nächsten Sitzung entscheiden, so der Bürgermeister. Die Fehlbeträge sollen durch Sponsoren, Spenden und zusätzliche Eigenleistungen der Vereine wieder eingenommen werden. Sollten die Turner den Bauauftrag erst nächstes Jahr vergeben, um zuvor weitere Gelder einzusammeln, käme es nicht nur zu erneuten Zeitverzögerungen, sondern zu Kostensteigerungen. 8000 Euro zusätzlich wären zumindest für eine Neueinrichtung der Baustelle fällig.

Nach den Ausführungen von Knierim erläuterte der Ortsbeirat seinen Standpunkt. „Wir wollen nicht unsere Ortsbeiratsmittel in ein Fass ohne Boden werfen“, war eine Formulierung. Wenn es um konkrete Maßnahmen oder Gerätschaften für die Sportanlagen - wie etwa Hochsprungmatten - gehe, so wäre das Gremium jedoch zu einem Zuschuss bereit, hieß es.

Außerdem zeigten sich einige Ortsvertreter sehr verwundert, auf welche unsicheren Zahlenwerke sich die Gladenbacher Parlamentarier verlassen haben und dass man sich beispielsweise den eingeplanten Zuschuss vom Land Hessen nicht zuvor schriftlich zusichern ließ.

Weiter kam die Frage auf, warum die Kostenschätzung von den späteren Berechnungen der Ausschreibung so weit abweicht. Dennoch befürwortet der Ortsbeirat grundsätzlich das Projekt, denn „der Nutzen ist größer als ein möglicher Schaden“, hieß es lapidar. Weiter gab das Gremium zu bedenken, dass die auf dem Gelände und in der Nähe befindlichen Wanderwege und Zugänge zum Wald nicht durch mögliche Zäune abgeschnitten werden dürften. Die Sportanlagen sollten öffentlich zugänglich sein.

von Peter Piplies

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