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Opfer gegen den Kopf getreten: 14 Monate Haft

Gericht Opfer gegen den Kopf getreten: 14 Monate Haft

Mit einer Haftstrafe endete eine Gerichtsverhandlung gegen einen 30-jährigen Hinterländer, der sein am Boden liegendes Opfer durch Fußtritte am Kopf verletzte.

Biedenkopf. „Heute ist ein ungünstiger Tag, um solche Delikte zu verhandeln“, sagte Amtsgerichtsdirektor Mirko Schulte nach der Urteilsverkündung. Damit spielte er auf die aufsehenerregenden Gewalttaten in U-Bahn-Stationen an. Im Biedenkopfer Amtsgericht stand gestern eine ähnliche Gewalttat zur Verhandlung an, für die ein „angemessener Strafrahmen“ anzusetzen war.

Staatsanwältin Kathrin Ortmüller warf einem 30-jährigen Hinterländer vor, am 27. Februar nach einem Zechgelage einen Freund mit einem Faustschlag zu Boden geschlagen und dann mit mindestens vier Tritten gegen den Kopf, verletzt zu haben. Der damals 23-jährige musste mehrmals operiert werden wegen. Er erlitt eine Mittelgesichts-Fraktur, mehrere Jochbein-Frakturen, eine beidseitigen Oberkiefer-Fraktur und ein Schädel-Hirn-Trauma.

Über den Tathergang herrschte fast Einvernehmen. Die Freunde trafen sich an dem bewussten Abend und begaben sich in die Wohnung eines Bekannten. Dort wurden zu viert vier Liter Wein und ein Fünf-Liter-Fässchen Bier geleert. Das Opfer, das wegen einer Darmerkrankung keinen Alkohol trinken soll, bekam Magenschmerzen und ging deshalb vor die Tür, sein Freund folgte ihm.

Draußen hielt der Ältere dem Jüngeren vor, sich drinnen mit einem „Penner“ unterhalten zu haben. Dann schlug und trat er zu: erst in den Magen, dann auf den Kopf des am Boden liegenden 23-Jährigen. Dieser rappelte sich auf und ging nach Hause, von wo aus die Mutter einen Rettungswagen rief. Als Motiv für die Tat gab der Angeklagte an, sein Freund habe erst einen blöden Spruch losgelassen und ihn als „Hurensohn“ beleidigt. Das Opfer meinte, er habe einen Schlag abgekriegt, weil er wegen der Magenschmerzen nicht Antworten konnte.

von Gianfranco Fain

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