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Öffentlicher Protest gegen Stellenabbau

Uniklinikum Öffentlicher Protest gegen Stellenabbau

Es wird laut am Samstagnachmittag in der Marburger Innenstadt: Mit einem großen Demonstrationszug wollen die Gegner des geplanten Stellenabbaus am Marburger Uniklinikum ihren Protest öffentlich kund tun.

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Mit Trillerpfeifen machten diese Klinik-Mitarbeiter bei einem Streik im vergangenen Jahr ihrem Unmut über die Personalpolitik Luft. Auch bei der Demonstration am Samstag wollen sich Betriebsräte, Gewerkschaft, Mitarbeiter und andere Gegner des geplanten Stellenabbaus am Marburger Uniklinikum gegen die Personalpolitik der Rhön-Klinikum AG wehren – unter anderem wohl auch wieder mit Trillerpfeifen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Marburg. "Gemeinsam für unser Klinikum: Gesundheit ist keine Ware!" - so lautet der Wahlspruch, mit dem die Demonstranten am Samstag ab 14 Uhr durch Marburg ziehen wollen. Damit wollen sie öffentlich zeigen, was sie von den Plänen der Rhön-Klinikum AG als Betreiber der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) halten: Trotz steigender Patientenzahlen und einem Rekordgewinn von 15,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr will Rhön in den nächsten beiden Jahren an den Standorten Marburg und Gießen rund 500 Stellen abbauen (die OP berichtete).

Diese Pläne werden die medizinische Versorgung in Mittelhessen gefährden, glauben die Initiatoren der Demonstration von dem in der vergangenen Woche gegründeten Aktionsbündnis "Gemeinsam für unser Klinikum" - diesem gehören neben zahlreichen Bürgern auch Mitglieder der Initiative Notruf 113, der Ärztegenossenschaft PriMa, der UKGM-Betriebsräte sowie Politiker und Gewerkschafter an.

Ausgehend vom Parkplatz des Georg-Gaßmann-Stadions wird der Demonstrationszug durch die gesamte Marburger Innenstadt bis zum Marktplatz verlaufen, wo eine Kundgebung stattfinden soll.

"Wir laden alle Bürger und Beschäftigten in Gießen, Marburg und den Landkreisen ein, an dieser Demo teilzunehmen," sagt Marita Kruckewitt von der Gewerkschaft Verdi und ergänzt: "Schließlich kann jeder mal Patient in einem Klinikum werden. Am Samstag besteht für jeden die Möglichkeit, seinen Unmut über die katastrophalen Verhältnisse kund zu tun."

Das Aktionsbündnis "Gemeinsam für unser Klinikum", das im Internet darüber hinaus unter www.buergerbegehren-marburg.de Unterschriften sammelt, fordert zum einen den sofortigen Stopp des Stellenabbaus am Uniklinikum Gießen-Marburg sowie eine nachhaltige Sicherung der Patientenversorgung in Mittelhessen und den Erhalt der beiden Uniklinika als Standorte für die Forschung und Lehre.

Verdi sieht die Ursache für die aktuelle Schieflage des Klinikums neben den unrealistischen Renditeerwartungen des Betreibers auch in den für alle Kliniken in Deutschland verschlechterten finanziellen Rahmenbedingungen. "Verdi erwartet von der hessischen Landesregierung, umgehend zukunftsfähige Lösungen nicht nur für das UKGM, sondern für alle hessischen Kliniken vorzulegen", so Kruckewitt. Dazu gehört nach ihrer Auffassung sowohl die Einführung gesetzlicher Personalmindeststandards als auch der nachdrückliche Einsatz für eine verbesserte Krankenhausfinanzierung. Die finanzielle Situation sei in fast allen hessischen Kliniken mehr als angespannt, wobei das UKGM zusätzlich noch den unrealistischen Renditeerwartungen der Rhön-Klinikum AG ausgesetzt sei. "Wir wollen gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und eine optimale pflegerische und medizinische Versorgung der Patienten", schildert Kruckewitt, was mit der Demonstration am Samstag ab 14 Uhr gefordert werden soll.

Bettina Böttcher, Vorsitzende des Betriebsrates des Marburger Uniklinikums hofft auf möglichst viele Teilnehmer: "Ich lasse mich überraschen, wünsche mir aber natürlich, dass zahlreiche Bürger kommen und mit uns protestieren", sagt sie: "Wir müssen die Leuchtkraft für ein besseres Gesundheitssystem werden." Krankenhäuser müssten anders finanziert und mit einer besseren Personaldecke ausgestattet werden, "und genau das müssen die Bürger von der Politik einfordern", so die Betriebsratsvorsitzende.

von Katharina Kaufmann

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