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Hinterland OP verzichtet auf Berichterstattung über Petrys Auftritt
Landkreis Hinterland OP verzichtet auf Berichterstattung über Petrys Auftritt
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21:33 31.03.2017
Vor dem "Haus des Gastes" versammelten sich am Freitagabend rund 300 Demonstranten, um für ein weltoffenes und multikulturelles Gladenbach zu demonstrieren. Quelle: Nadine Weigel
Gladenbach

Die Redaktion wertet dies als einen schweren Angriff auf die Freiheit der Berichterstattung und damit auf Paragraph 5 des Grundgesetzes. "Wer die Verfolgung von Journalisten etwa in der Türkei kritisiert, wer den Umgang mit kritischen Journalisten durch den US-Präsidenten Donald Trump kritisiert, kann den Ausschluss eines OP-Redaktionsmitglieds von der Veranstaltung der AfD oder auch einer anderen Partei nicht dulden", sagte der stellvertretende Chefredakteur Till Conrad.

Die Verweigerung der Akkreditierung durch die AfD sei nicht nur ein Angriff auf die betroffene Person, sondern auf die gesamte Redaktion. Darüber hinaus wendet sich die Oberhessische Presse mit diesem Schritt gegen die aus ihrer Sicht inakzeptablen Akkreditierungsbedingungen der AfD, die unter anderem ein allgemeines Fotografierverbot von Veranstaltungsbesuchern umfassten.

Lesen Sie hier den Kommentar des stellvertretenden OP-Chefredakteurs Till Conrad:

Angriff auf die Pressefreiheit

Eigentlich haben wir an dieser Stelle einen Bericht über die Vortragsveranstaltung mit der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry eingeplant. Wir haben uns für den Verzicht auf die Berichterstattung entschieden. Der Grund: Der AfD-Kreisverband Marburg-Biedenkopf hat die Akkreditierung für eines unserer Redaktionsmitglieder verweigert – ohne Angabe von Gründen. Die Redaktion wertet dies als einen schweren Angriff auf die Freiheit der Berichterstattung. Wir würden uns auch von keiner anderen Partei gefallen lassen, wenn sie offenbar missliebige Journalisten von ihren Veranstaltungen ausschließt. Wer die Verfolgung von Journalisten etwa in der Türkei kritisiert, wer den Umgang mit kritischen Journalisten durch den US-Präsidenten Donald Trump kritisiert, kann den Ausschluss eines OP-Redaktionsmitglieds von der Veranstaltung der AfD oder einer anderen Partei nicht dulden. Dies ist ein Angriff nicht nur auf die Person, sondern auf die gesamte Redaktion – und dagegen setzen wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr. Wir werden Angriffen auf die Pressefreiheit nicht tatenlos zusehen.

von Till Conrad

Einen ausführlichen Bericht über die Gegendemonstrationen in Gladenbach lesen Sie hier.