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Novartis plant Standorterweiterung

Unternehmenspolitik Novartis plant Standorterweiterung

Mit einem Wechsel in der Geschäftsführung will die Novartis Vaccines and Diagnostics GmbH den Standort Marburg weiter stärken. Eine zentrale Rolle dabei soll das Standortentwicklungs-Projekt MARS spielen.

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Jochen Reutter ist neuer Geschäftsführer und Werkleiter bei Novartis in Marburg. Er will vor allem den Standort stärken. Eine zentrale Rolle soll dabei das MARS-Gelände einnehmen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. 168 Millionen Euro sollten die Anlagen für den MARS-Campus (Marburger Standortentwicklung) der Novartis Vaccines and Diagnostics GmbH bei der Planung kosten – eine der größten Investitionen im Pharmabereich in Hessen der vergangenen Jahre. Bereits im Juni 2008 war mit dem Bau, in dem Impfstoffe gegen Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) und Tollwut hergestellt werden sollen, begonnen worden (die OP berichtete). Im Februar 2010 wurde das Qualitätskontrollgebäude feierlich in Betrieb genommen. Im September 2010 sollte die offizielle Einweihung der Produktion folgen, sie wurde dann allerdings laut Unternehmen wegen einer routinemäßigen aber unangekündigten Inspektion durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) auf das Frühjahr 2011 verlegt. Dann sollte auch die reguläre Produktion der Impfstoffe beginnen. Bis heute hat keine offizielle Einweihung stattgefunden.

Auf Nachfrage der OP erklärte die Pressestelle von Novartis, dass die Energieanlage, das Qualitätskontrollgebäude und das Warenlager auf dem MARS-Campus bereits seit Längerem im Routinebetrieb seien. „Die Produktion, die aus mehreren Teilbereichen besteht, bereitet sich auf das Einreichen der Zulassungsunterlagen vor, so dass wir im dritten Quartal 2013 die europäische und die US-Zulassung für die Produktion von Tollwutimpfstoff in den neuen Anlagen erwarten können“, teilte das Unternehmen gestern mit. Dies werde die erste Zulassung für die Produktion eines Impfstoffes in den neuen Anlagen sein. Warum es zu den Verzögerungen kam, dazu machte Novartis keine Angaben.

Allerdings denkt der Pharmakonzern bereits über eine Vergrößerung der Anlagen nach: „Es bestehen konkrete Pläne zur Erweiterung des MARS-Campus, über die die Novartis AG in den nächsten Monaten entscheiden wird“, verkündete Pressesprecher Dr. Volker Husslein gestern. Der neue Geschäftsführer Jochen Reutter wolle den Traditionsstandort Marburg auch in Zukunft als Exzellenzzentrum für moderne Impfstoffe innerhalb des Novartis-Verbundes stärken. Das MARS-Gelände nehme dabei eine zentrale Rolle ein.

Reutter löste zum 1. September den seit November 2010 im Amt befindlichen Denis Celentano als Geschäftsführer und Werkleiter ab. Der 51-Jährige ist nach Unternehmensangaben Industrieapotheker mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der pharmazeutischen Industrie. Er war in Führungspositionen in den Arbeitsfeldern Qualität, Lieferketten-Management und Produktion in Deutschland, USA und Südamerika tätig. Celentano wechselt nach fast zwei Jahren in Marburg ins italienische Siena. Vor ihm waren innerhalb eines knappen Jahres Dr. Markus Leyck Dieken, Dr. Andreas Brutsche und Tibor Nemes als Geschäftsführer ausgewechselt worden.

von Katharina Kaufmann

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