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Hinterland Noch kein Urteil zum Schadensersatz
Landkreis Hinterland Noch kein Urteil zum Schadensersatz
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09:29 27.12.2017
„Das ist die maximale Höhe“: Bürgermeister Peter Kremer (links) lässt sich von Schausteller Walter Kreuser den Aufbau des Auto­scooters erklären. Quelle: Michael Tietz
Gladenbach

Der juristische Streit um den Kirschenmarkt nimmt kein Ende. Neben Verwaltungsrichtern beschäftigt sich seit einem Jahr auch das Landgericht Marburg mit dem größten jährlichen Volksfest der Region. Konkret geht es um eine Schadensersatz-Klage. Schausteller Herbert Kreuser verlangt von der Stadt 27.500 Euro.

Der Diedenshäuser hatte sich 2016 einen Standplatz für seinen Autoscooter beim Kirschenmarkt gerichtlich erstritten. Den bekam er dann auch zugewiesen – allerdings nicht auf dem Rummelplatz, sondern auf dem Parkplatz des Freizeitbades „Nautilust“. Dort baute Kreuser dann sein Fahrgeschäft aber nicht auf.

Herbert Kreuser strengt die nächste Klage an

Ende Oktober kam es bei einem Gütetermin vor Gericht zu keiner Einigung. Als „deutlich überhöht“ und „sehr, sehr optimistisch“ hatte Richterin Sigrid Dehmelt damals die Forderungen von Kreuser bezeichnet. Der Stadt hielt sie vor, dass sie mit der Vergabe des Standplatzes auf dem Rummelplatz an einen anderen Schausteller Fakten geschaffen habe, deren Folgen Kreuser nicht tragen müsse. Beide Seiten hatten anschließend Gelegenheit, weitere wichtige Unterlagen für den Fall bei Gericht einzureichen.

Nun sollte eigentlich eine Entscheidung gefällt werden. Dazu kam es aber nicht, teilte die Stadt auf Nachfrage mit. Das ­Gericht hatte es versäumt, die Stellungnahme der Stadt Gladenbach an Herbert Kreuser und dessen Anwalt weiterzu­geben. Nun soll Mitte Februar 2018 ein weiterer Versuch unternommen werden, in diesem Fall Recht zu sprechen.

Derweil hat Herbert Kreuser eine weitere Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Diesmal geht es um die Vergabe des Autoscooter-Standplatzes für den diesjährigen Kirschenmarkt. Dafür hatte Thomas Hammecke aus Ostwestfalen den Zuschlag erhalten. Wie sich beim Aufbau herausstellte, passte sein Autoscooter „Bee Bop“ aber nicht komplett auf den Platz – das Fahrgeschäft war etwas zu groß. Deshalb mussten Äste von Bäumen abgesägt werden.

Kreuser wirft der Stadt Fehler bei der Standplatzvergabe vor. Die Kommune hätte es nicht zulassen dürfen, dass Hammecke seinen „Bee Bop“ aufbaut. Fünf Bewerber mit sechs Autoscootern hatten sich für den Kirschenmarkt beworben. Die Familie Kalbfleisch, die bisher mit ihrem Fahrgeschäft nach Gladenbach kam, landete bei dem Auswahlverfahren auf Platz drei. Der Gladenbacher Schausteller Herbert Kreuser belegte mit seinen Bewerbungen die beiden letzten Plätze.

von Michael Tietz