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Hinterland Neugierig schnüffelt Frischling im Garten
Landkreis Hinterland Neugierig schnüffelt Frischling im Garten
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17:42 04.07.2012
Elvira Heim will den Frischling streicheln, der von Klaus Mench festgehalten wird. Quelle: Privatfotos
Buchenau

Am Freitagnachmittag wollte Tabea Klee mit ihren beiden Kindern Tim und Sofia ins Eiscafé gehen, als sie beim Verlassen des Anwesens in der Kohllachenstraße den Blick über den Hof schweifen ließ. Dabei entdeckte sie auf der angrenzenden Wiese etwas Ungewohntes. „Es war etwas Helles, Großes und ich dachte zuerst, es sei eine Katze“, berichtet die 34-Jährige. Doch beim Näherkommen stellte sie fest, dass das Tier für eine Katze zu groß war und zudem auch noch Streifen auf dem Fell aufwies.

Es war ein kleines Wildschwein, das ganz langsam umherging und an allem schnüffelte, was es auf seinem Schleichweg vorfand. Verwundert fragte Klee einen Nachbarn, wie denn der Frischling bis in ihren Garten vorgedrungen sei, so mitten im Ortskern des Dautphetaler Ortsteils schräg gegenüber der Kirche. Später, so berichtet Klee, habe sie sich überlegt, dass das Wildtier an der angrenzenden Straße entlanggelaufen sein muss und von dort aus schließlich den Weg in den Garten der Familie fand. Dieser befindet sich der Straße folgend etwa 1,5 Kilometer vom Wald weg,

Mittlerweile hatte der herbeigerufene Vater Albert Heim den Frischling schon eingefangen. Ein Speisfass diente als Falle. Heim stellte den Fuß drauf, damit das Fass keine Beine bekam, und die Familienmitglieder überlegten, was man mit dem Waldtier anstellen sollte. Schließlich wurde der ehemalige Revierförster Michael Pfeiffer um Rat gebeten. Dieser gab den Tipp, sich an den Fischpräparator Klaus Mench zu wenden, der schon Waschbären und Rehkitze aufgezogen habe und über entsprechenden Platz zur Aufzucht von Tieren verfüge. Mench kam dann auch prompt und begutachtete das Wildtier. „Es protestierte und quiekte ganz laut, als Mench es an einem Bein unter dem Speisfass hervorzog“, berichtet Tabea Klee. „Das war so laut“, sagt Klee, „dass sich die Kinder die Ohren zuhielten.“ Schnell erkannte der fachkundige Helfer, dass es sich um ein Weibchen handelt, das zwei bis drei Wochen alt ist. Und: Es war hungrig und müde.

Mench packte den Frischling in eine Transportbox und nahm es mit, um ihn mit Schafmilch aufzupäppeln. Am nächsten Tag ging die Mutter mit Sofia und dem 7-jährigen Tim zu Karl-Heinz Scheu, um nach dem Frischling zu schauen. Die 3-Jährige fand die ganze Angelegenheit „sehr aufregend“, berichtet die Mutter, und die Kinder fragten auch jetzt noch immer nach dem kleinen Wildtier.

Denn die Besucher wussten nicht, dass sie den Frischling zum letzten Mal sehen sollten. Mench hatte das Findeltier an Scheu weitergegeben, weil dieser besser geeignete Örtlichkeiten zur Aufzucht habe. „Es wirkte sehr lebendig“, sagt Klee. Sie erfuhr, dass der Frischling beim Transport gleich eingeschlafen sei und in der Nacht das erste Mal Schafsmilch zu sich genommen hatte. Der Frischling sei etwas apathisch gewesen, wahrscheinlich aufgrund des Flüssigkeitmangels, vermutet Scheu. Er gab das Tier an einen Bekannten weiter, dessen zwei Söhne den Frischling aufziehen wollen. Die verfügten auch über ein großes Grundstück, auf dem das Tier genügend Auslauf habe.

Später könnte versucht werden, das Tier wieder auszuwildern. Jetzt gehe das nicht, weil Wildschweinrotten in unterschiedlichen „Dialekten“ kommunizieren, das Jungtier so nicht akzeptiert werden könnte. Doch auch für einen späteren Versuch, schätzt Scheu die Erfolgsaussichten gering ein, weil es sich um ein Weibchen handelt. So wird das Buchenauer Findelschwein seinen Lebensabend vermutlich bei seiner neuen Gastfamilie verbringen - außerhalb von Hessen.

von Gianfranco Fain

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