Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Neues Opfer, Neue Anklage

Schläger-Prozess Neues Opfer, Neue Anklage

Die Verhandlung um die mutmaßlichen Schläge eines 20 Jahre alten Mannes aus Wetter wurde gestern mit dem dritten Prozesstag fortgesetzt. Es kam ein weiteres Prügel-Verfahren und ein neuer Angeklagter hinzu.

Gladenbach. Der Wetteraner soll auf dem Kirschenmarkt 2011 einen Jugendlichen mit einem Faustschlag niedergestreckt und dann gegen den Kopf getreten haben. Zudem schlug er laut Anklage in Wetter einen 57-Jährigen derart, dass dieser stürzte und mit dem Kopf auf den Boden aufschlug. Seither ist er ein Pflegefall.

Gestern kamen ein weiteres Verfahren und ein neuer Angeklagter hinzu: Ein 20-jähriger Auszubildender aus Goßfelden. Er soll an einer Schlägerei beteiligt sein, die sich am 10. September während eines Disco-Abends in Roßdorf ereignete.

Laut Anklage habe der junge Mann aus Goßfelden an besagtem Abend mit drei Freunden auf einem Parkplatz in der Nähe des Festzelts an seinem Auto gelehnt. Das spätere Opfer habe eine Freundin zu ihrem Auto gebracht und wohl gedacht, die vier Männer würden sich an einem fremden Auto zu schaffen machen, worauf er sie gebeten habe, dies zu unterlassen. Daraufhin hätten der Goßfeldener und seine Freunde den 18-Jährigen geschubst. Der Angeklagte aus Wetter habe sich an der Schubserei beteiligt, in deren Folge auch zwei Schläge erfolgten. Der letzte dieser Schläge, laut Anklage von dem Mann aus Goßfelden, habe dem Opfer das Nasenbein gebrochen. Der Goßfeldener ließ von seiner Rechtsanwältin eine Erklärung verlesen, dass er zwar an der Rangelei beteiligt gewesen sei, die Aggressionen allerdings von dem Stadtallendorfer ausgegangen seien.

Der Wetteraner gab hingegen zu, dass er an dem Abend zwar in Roßdorf gewesen sei, mit dem Geschehen jedoch nichts zu tun habe. "Ich stand mit einigen Freunden etwa drei bis fünf Meter weg von dem Geschehen. Wer zugeschlagen hat, habe ich nicht gesehen."

Das Opfer des Schlages, ein 18-jähriger Stadtallendorfer, dachte, die Männer würden an dem Auto randalieren. "Also habe ich ihnen zugerufen, sie sollen das lassen, und dann bin ich auf die Männer zugegangen", sagte er aus. Völlig unvermittelt sei er geschubst worden, "und von einer Sekunde auf die anderen waren plötzlich noch viele andere da", so der 18-Jährige. Er sei geschlagen worden - auch von dem Wetteraner - und dann umgefallen. Zum Schluss habe ihm dann der Goßfeldener einen Schlag auf die Nase gegeben. Der Verteidiger des Wetteraners, Arik Thaye Bredendiek, fragte: "Hat der Mann, der hier neben mir sitzt, Sie geschlagen?" "Nein", kam die zögerliche Antwort.

Die Freunde des Angeklagten aus Goßfelden versuchten allesamt, ihren Kumpel zu entlasten. Das spätere Opfer sei "total aggressiv und betrunken" gewesen, einer sagte, dieser habe das spätere Opfer beleidigt.

Der Prozess wird am 30. März um 8.30 Uhr im Saal 101 des Landgerichts fortgesetzt.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland